ESMA- Binäre Optionen 2020

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ESMA Binäre Optionen Verbot – ESMA verbot den Vertrieb, das Angebot und den Handel für Kleinanleger!

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 15.04.2020

  • Minikontrakte: ja
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Die ESMA (European Securities and Markets Authority) verbot mit einem Schreiben vergangene Woche den Vertrieb, das Angebot und den Handel mit binären Optionen für Kleinanleger. Im Endeffekt bedeutet das, dass binäre Optionen Broker ihre Tätigkeit einstellen oder auf andere Finanzprodukte umstellen müssen. Ganz überraschend kam das binäre Optionen Verbot nicht. Im vergangenen und im laufenden Jahr haben bereits einige binäre Optionen Broker ihr Geschäft eingestellt. Bekannte „Größen“ wie Anyoption, BDSwiss, Banc de Binary, 24option usw. bieten seit geraumer Zeit keinen binäre Optionen Handel mehr an. Die meisten von ihnen haben auf das CFD Trading umgestellt. Die ESMA führt jedoch auch Anpassungen im CFD Handel ein. Das Verbot einer Nachschusspflicht und Bonusverbot auf europäischer Ebene sowie Anpassungen beim maximalen Hebel. Die Maßnahmen der ESMA sind nicht unumstritten. Und noch sind sie nicht rechtlich bindend.

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Die Details der ESMA Bestimmungen

Grundsätzlich wollen wir zunächst folgendes festhalten: Der Beschluss der ESMA ist rechtlich gesehen nur eine Empfehlung an die Finanzaufsichten der einzelnen Länder der EU. Theoretisch sind sie nicht verpflichtet, diese auch umzusetzen. So hat zum Beispiel die FCA (die britische Finanzaufsicht) bereits signalisiert, mit der ESMA nochmals Kontakt aufzunehmen, um diverse Einzelheiten zu besprechen. Was konkret die FCA hier nachverhandeln möchte, ist uns nicht bekannt. Doch wir können uns gut vorstellen, dass es Dinge im CFD Handel sind. Schließlich hat ein Großteil der Forex und CFD Broker seinen Sitz in Großbritannien. Ein starker Umsatzeinbruch würde demnach auch in gewisser Weise der Wirtschaft schaden. Und die Maßnahmen der ESMA sind keinesfalls unumstritten, insbesondere die des CFD Handels. Doch nun zu den Details.

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Binäre Optionen de facto verboten

De facto wird der binäre Optionen Handel für Kleinanleger verboten. In der Pressemitteilung der BaFin heißt es dazu auszugsweise:

  1. Binäre Optionen – Verbot der Vermarktung, des Vertriebs und des Verkaufs binärer
    Optionen an Kleinanleger“

Die einzelnen Regulierungsbehörden werden sich dem wohl auch anschließen. Zur Begründung heißt es hier, dass das Verhältnis zwischen erwarteter Rendite und möglichem Verlust in keinem vernünftigen Verhältnis stehen würde. Es gäbe einen ganz klaren Interessenskonflikt zwischen Anbietern und Kunden, da der binäre Optionen Handel so konstruiert sei, dass Anleger auf lange Sicht eine negative Rendite einfahren würden.

Zugegeben, der binäre Optionen Handel ist komplex. Und die Versprechen in einigen YouTube Videos sind tatsächlich haarsträubend. Doch gleich binäre Optionen verbieten? Das geht vielleicht ein wenig weit. Sinnvoller wäre eine umfassendere Aufklärung der Verbraucher gewesen oder möglicherweise Anpassungen am Produkt. Allerdings lohnt es sich hier nicht groß zu philosophieren, da das binäre Optionen Verbot wohl auch überall in der EU in die Praxis umgesetzt wird.

Hier sind viele geteilter Meinung. Es gibt eine ganze Reihe von Experten (auch Trader), die das Verbot begrüßen. Sie werfen binäre Optionen Betrug vor bzw. natürlich den Brokern. Demgegenüber steht das Argument der Anlegerbevormundung. Schließlich sind sich viele Händler der Risiken im binäre Optionen Handel durchaus bewusst und handeln diese Finanzprodukte dennoch.

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CFD Trading deutlich begrenzt

Jetzt kommen wir zu einem Punkt, der für deutlich mehr Gesprächsstoff sorgen wird. Zunächst eine kurze Übersicht, was hier für Kleinanleger geplant ist:

  • Maximaler Hebel wird auf 2:1 bis 30:1 begrenzt, abhängig von der Volatilität des Basiswertes
  • Negativsaldoschutz auf europäischer Ebene (von der BaFin bereits letztes Jahr eingeführt)
  • Vorschriften, ab welchem Punkt der Broker Positionen glattstellen muss
  • Keine Boni, Prämien oder anderen Anreize für den CFD Handel
  • Noch mehr und umfassendere Risikowarnungen

Im Vorfeld hatten Verbände, Broker, Anleger und Behörden die Möglichkeit gehabt, sich zu möglichen Maßnahmen zu äußern. Herausgekommen ist dann das hier. Schauen wir uns zunächst das Positive an. Das Verbot einer Nachschusspflicht wurde bereits im vergangenen Jahr von der BaFin in Deutschland umgesetzt. Das heißt, dass Anleger nie mehr Geld verlieren können, als was sie investiert haben. Grundsätzlich ist das aus Anlegersicht positiv zu beurteilen. Jetzt wird das Ganze auf europäischer Ebene wohl auch eingeführt. Im Großen und Ganzen war es dann auch schon mit den Vorteilen. Diskussionen gibt es auch bei der Abschaffung des CFD und Forex Bonus auf Einzahlungen.,

Für den Aktienhandel stehen Tradern 5 Free Trades im Monat bereit – Noch ist das von Seiten der ESMA erlaubt.

CFD Hebel maximal nur noch 30:1

Der vielleicht am schwersten zu verdauende Brocken für CFD Trader: Die maximale Begrenzung des Hebels auf 30:1. Die Beschlüsse der ESMA sehen folgende Begrenzungen des maximalen Hebels vor:

  • 30:1 für Hauptwährungspaare
  • 20:1 für andere Währungspaare, Gold und wichtige Indizes
  • 10:1 für Rohstoffe (außer Gold) und andere Aktienindizes
  • 5:1 für Einzelwertpapiere und andere Basiswerte
  • 2:1 für Kryptowährungen

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Außerdem ist jetzt festgelegt, ab wann der Broker Positionen des Kunden automatisch glattstellen muss. Sobald eine Position einen Verlust von 50 Prozent bezogen auf den gesamten Depotwert erreicht, muss diese geschlossen werden. Wohlgemerkt, nicht die einzelne Position muss sich mit 50 Prozent im Minus befinden, sondern der Verlust muss so groß sein, dass 50 Prozent des Kontos davon betroffen sind. Die vorherige Regelung war bezogen auf jede einzelne Position, aber das wäre absolut unsinnig gewesen.

Auswirkungen für CFD Trader

Was bedeuten diese Beschlüsse in der Praxis? Für einen Mini-Lot EUR/USD werden nun über 330 Euro Margin fällig, statt bisher 100 Euro (bei Hebel 100:1). Für einen DAX-CFD müssen nun 625 Euro Margin hinterlegt werden, beim Dow Jones gar 1.200 USD! Die Beschränkung bei CFDs auf Aktien ist marktüblich. Für einen Bitcoin-CFD müssen jetzt (beim Stand von rund 7.000 Dollar) 3.500 Dollar Margin hinterlegt werden. Das wird das Krypto Trading wohl einschränken. Auf der anderen Seite befinden sich hier bereits kreative Lösungen der Broker in der Schublade. So spekulieren Händler bei eToro Bitcoin nicht in Form von CFDs sondern kaufen den Basiswert direkt, und das bereits ab 25 Euro je Position.

XTB wurde im CFD Vergleich Testsieger

Reaktionen der CFD Broker

Die Regelungen gelten nur für „Kleinanleger“. Doch CFD Broker haben ja nun nicht nur unerfahrene Kleinanleger als Kunden. Wer möchte kann sich als „professional client“ einstufen lassen (professioneller Kunde). Dann gelten die Hebelbeschränkungen nicht, möglicherweise aber auch das Verbot der Nachschusspflicht nicht. Wie bereits erwähnt, möchte auch die FCA hier nochmal nachverhandeln. Vermutlich möchte sie die Hebelbeschränkungen etwas auflockern. Hinzu kommt, dass ab 2020/2020 Großbritannien ja gar nicht mehr zur EU gehören wird. Dann gelten dort eigene Bestimmungen und Kunden handeln ganz einfach über britische Broker weiter. Bis dahin können Händler auch so einfach Broker aus dem EU-Ausland wählen. Es bleibt abzuwarten.

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Konto beim CFD Testsieger eröffnen

Die vorgestellten Neuregelungen sollten Anleger jedoch nicht davon abhalten, nun gar nicht mehr mit CFDs zu handeln. Die Vorteile dieser Finanzprodukte bleiben weiterhin bestehen. Solche Beschlüsse sollten vielmehr als Anreiz für die Broker gesehen werden, ihr Angebot und ihre Konditionen zu verbessern. Und wie gesagt, möglicherweise gibt es nochmal Nachregelungen. Unser Testsieger im CFD Broker Vergleich XTB überzeugt uns im Vergleich in jeder Hinsicht.

Das hat uns konkret an XTB überzeugt

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Vor Kurzem führte XTB den Handel mit Aktien ein. Damit meinen wir nicht CFDs auf Aktien, sondern der direkte Kauf von Aktien, genau wie in einem klassischen Wertpapierdepot. Auch ETFs können beim polnischen Broker gehandelt werden.

XTB klärt umfassend auf.

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Fazit: Abwarten und Tee trinken

Wie sagt das Sprichwort: Es wird längst nicht so heiß gegessen wie es gekocht wird. Das wird sich vermutlich hier auch bewahrheiten. Anleger sollten die weitere Entwicklung zunächst abwarten, bevor sie Panik schieben. Vermutlich werden binäre Optionen komplett verboten. Doch die Einschränkungen im CFD Trading sind sicherlich zu hart. Schließlich profitiert davon ja kaum jemand, auch nicht die Verbraucher, denn die müssen nun noch mehr Geld einzahlen. Das kann nicht im Sinne der „Verbraucherschützer“ sein. Wir gehen davon aus, dass es in den nächsten Monaten noch Anpassungen geben wird. Und wenn nicht, die Broker sind kreativ, was Lösungsvorschläge angeht.

ESMA- Binäre Optionen 2020

The European Securities and Markets Authority (ESMA) has agreed to renew the prohibition of the marketing, distribution or sale of binary options to retail clients, in effect since 2 July, from 2 October 2020 for a further three-month period. ESMA has also agreed on the exclusion of a limited number of products from the scope of the measure.

ESMA has carefully considered the need to extend the intervention measure currently in effect. ESMA considers that a significant investor protection concern related to the offer of binary options to retail clients continues to exist. It has therefore agreed to renew the prohibition from 2 October.

During its review of the intervention measure, ESMA considered the specific features of binary options currently within the scope of the measures. Certain binary options were found to have specific features which mitigate the risk of investor detriment, namely; they are sufficiently long-term (at least 90 days); are accompanied by a prospectus; and are fully hedged by the provider or another entity within the same group as the provider. ESMA considers that a binary option that benefits from the cumulative effect of these three criteria is less likely to lead to a significant investor protection concern.

In addition, products that at the end of the term have one of two predetermined pay-outs, neither of which is less than the initial investment of the client, will be excluded. The pay-out for this type of binary option could be the higher or lower one but in either circumstances the investor would not lose money compared to their total investment. As the investor’s capital is not at risk these products should be explicitly excluded.

Hence, ESMA agreed to exclude from the scope of the renewal the following binary options:

  • a binary option for which the lower of the two predetermined fixed amounts is at least equal to the total payment made by a retail client for the binary option, including any commissions, transaction fees and other related costs; and
  • a binary option that meets cumulatively the following three (3) conditions:
    • (a) the term from issuance to maturity is at least ninety (90) calendar days;
    • (b) a prospectus drawn up and approved in accordance with the Prospectus Directive (2003/71/EC) is available to the public; and
    • (c) the binary option does not expose the provider to market risk throughout the term of the binary option and the provider or any of its group entities do not make a profit or loss from the binary option, other than previously disclosed commissions, transaction fees or other related charges.

ESMA will continue to keep these products under review during the prohibition period. The renewal was agreed by ESMA’s Board of Supervisors on 22 August 2020.

Next steps

ESMA intends to adopt the renewal measure in the official languages of the EU in the coming weeks, following which ESMA will publish an official notice on its website. The measure will then be published in the Official Journal of the EU and will start to apply from 2 October 2020 for a period of three months.

ESMA Regulierung | CFD und Binäre Optionen | Broker reagieren

ESMA Regulierung | CFD und Binäre Optionen | Broker reagieren

Die Regulierung der ESMA ist da. Darauf haben Trader lange warten müssen und sind nicht alle froh darüber. Nach einem ersten Eindruck dieser ESMA Regulierung dürften natürlich auch Kritikpunkte aufkommen. Auf einige Punkte gehen wir in diesem Artikel näher ein und stellen auch dar, wie die Broker reagieren.

Reaktionen zur ESMA Regulierung

Bei der aktuellen ESMA Regulierung zu CFD und Binären Optionen mit neuen Hebeln fragt man sich bei vielen Underlyings, ob die zuständigen Damen und Herren einfach nur, wie soll man es diplomatisch ausdrücken…“nicht vom Fach“ sind. Oder schlicht einer Lobby hörig sind, die CFDs am liebsten kaputtreguliert sehen möchte. Sinnvoller Kundenschutz sieht jedenfalls anders aus.

In Summe kommt man nicht daran vorbei festzuhalten: Anleger werden bevormundet, und es liegt eine massive Ungleichbehandlung von Produkten vor. Die eine Einladung für Juristen darstellt, die sich nicht erst seit gestern auf die Veröffentlichungen stürzen. Verschiedene Quellen gehen von zumindest teilweise erfolgreichen juristischen Gegenmaßnahmen aus.

Erste Broker-Reaktionen ließen auch nicht lange auf sich warten: IG warnt seine Anleger vor einem Gewinneinbruch, und LYNX wird mit Ende März den CFD-Handel einstellen (der CFD-Anteil dürfte bei einem Futures-Broker aber ohnehin minimal gewesen sein).

Los geht es ja schon mal damit, dass Produktinterventionen eigentlich absolute Notmaßnahmen darstellen für den Worst Case, dass Anleger vor sich selbst geschützt werden müssen. Ist das bei CFDs denn der Fall? Nein, absolut nicht, wir sind alle mündige Trader. Bei Binäre Optionen allerdings sieht die Sache anders aus.

Verbot Binäre Optionen sinnvoll

Es gab (und gibt immer noch) genügend uninformierte oder naive Leute da draußen, die sich durch YouTube-Videos von Typen im AMG SLS oder vor einer schönen Finca, in Sport- und Pferdewetten-Foren dazu hinreißen ließen, ihr hart erspartes Geld in das Casino Binäre Optionen zu tragen. Wo der massive Bankvorteil (bei Verlust sind 100% weg bei maximal 90% Auszahlung) langfristig keine Gewinnchancen zulässt.

Dieser Abzocke wird nun endlich der Garaus gemacht, Binäre Optionen werden verboten. Ist das gelebter Anlegerschutz den wir unterstützen? Oh ja.

Endlich brauchen wir uns mit diesem mangelhaften Konstrukt nicht mehr rumärgern, müssen keine Warnungen mehr aussprechen und versenden. Aus und vorbei, damit kommen wir zum Kernthema, CFDs und FX.

Abschaffung Nachschusspflicht gut für Trader

Ist ja für deutsche Trader nichts Neues, diesen für Trader grundsätzlich erfreulichen Aspekt haben wir bereits vor längerer Zeit in diesem Artikel ausführlich beleuchtet.

Die spürbarste Folge davon war, dass die meisten Broker mit dem Hebel standardmäßig runtergegangen sind auf 1:50 bis 1:100. Und vor wichtigen News bzw. Wochenenden gerne situativ die Margin erhöht haben.

Die Abschaffung der Nachschusspflicht ist prinzipiell eine tolle Sache. Damit wird den Verfechtern der intransparenten Zertifikate und Optionsscheinen ihr wichtigstes Totschlagargument entrissen, nämlich dass man mehr als die Einlage verlieren kann. Das war natürlich eine große Herausforderung für das Risikomanagement der Broker. Die offensichtlich gut gelöst wurde vom Großteil der seriösen Anbieter. Jetzt hätte also volle Attacke auf die Onlinebroker gerittten werden können.

Wenn da nicht immer noch manche Anbieter mit Hebel von 200, 400 und mehr geworben hätten. Gut für die Wahlfreiheit der Kunden? Ja, sicher. Aber was wenn so ein Anbieter bei einem Black Swan wie dem 15. Januar 2020 in Schieflage gerät, er Dutzende oder gar Hunderte Kundenkonten die ein Minus aufweisen ausgleichen muss. Wird er sich dafür in Unkosten stürzen, einen Investor suchen bzw. Fremdkapital aufnehmen, oder einfach Konkurs anmelden?

Diese Gefahr war immer noch real. Daher hat die Branche eine Hebel-Obergrenze ohnehin erwartet, wenn nicht sogar begrüßt. Da diverse Broker ja ohnehin bereits von sich aus auf 50er oder maximal 100er Hebel runtergegangen sind, um ihr Risiko im Griff zu behalten.

Und wie hat die ESMA das nun gelöst? Absolut furchtbar bei manchen beliebten Basiswerten.

Neue Hebel nach der ESMA Regulierung

Die wichtigsten Obergrenzen für Hebel finden Sie hier auf einen Blick:

Underlying Hebel Auswirkungen
FX-Majors 30:1 im EUR/USD künftig 333 EUR pro Mini-Lot Margin statt 100 EUR bei Hebel 100
FX-Minors 20:1 der EUR/AUD ist nebst anderen Währungspaaren beliebt bei Tradern und wird künftig pro Mini-Lot nach 500 EUR Margin statt 100 EUR bei Hebel 100 dürsten
Hauptindizes wie GER30, US30, und Gold 20:1 hier beginnen die Schmerzen:
  • DE30 künftig 625 EUR Margin pro CFD statt bisher 62,5-125 EUR!
  • US30 künftig 1.200 USD pro CFD statt 240 USD
Rohstoffe außer Gold und sekundäre Indizes 10:1
Aktien-CFDs und andere Basiswerte wie BUND 5:1 20% Margin auf Aktien-CFDs gab es auch bisher schon bei manchen Brokern, speziell über Nacht. Anleihen und Zinsen trifft es aber schwer, siehe unten
Krypto-CFDs 2:1 50% Margin bedeutet beim Bitcoin etwa, dass man aktuell 4.000 USD pro CFD benötigt

Um nur zwei haarsträubende Beispiele heranzuziehen:

Der Mini-Dax-Future, der 5 EUR pro Punkt bewegt, verlangt Intraday je nach Broker zwischen 500 und 1.500 EUR Margin.

5 Dax-CFDs bedürfen nach der neuen Regelung 3.125 EUR Margin, also 2-6x mehr als der Future!

Und jetzt haltet euch fest: der bei Tradern sehr beliebte Euro-Bund Future verlangt etwa nach 800 EUR Intraday-Margin als Future, der 10 EUR pro Cent bewegt. Der Bund-CFD hat bisher im Schnitt um die 1% Margin gehabt, was bei 10 CFDs, um ebenso auf 10 EUR pro Cent zu kommen, dann 1.605 EUR entsprach. Schon das war mehr als beim Future, wenn man diesen nur Intraday hielt. Aber das ist noch gar nichts gegenüber einer Verzwanzigfachung wie geplant, das wären dann wahnwitzige 32.100 EUR!

Der nennenswerte Vorteil der CFDs wäre dann nur noch die flexible kleine Stückelung. Ich wiederhole nochmal zusammenfassend:

Die ESMA will uns konservative Staatanleihen wie den bei Tradern sehr beliebten Bund-Future als hochriskant und volatil verkaufen. So wird bei einem Hebel von 5:1 der mit dem Future vergleichbare CFD-Trade nach 32.100 EUR Margin verlangen, der Future selbst aber nur 800 EUR Intraday!

Gerade diese wirren Restriktionen die umsatzstarken Werte wie DE30, US30, BUND & Co betreffend werden sich selbstredend auf das gehandelte CFD-Volumen auswirken. Es weiß bloß noch niemand wie massiv. Auf jeden Fall wird bereits an Alternativen getüftelt, wie ich weiter unten ausführen werde.

Neue Stop-Out Regeln der Broker

Bisher hatte jeder Broker eigene Regeln, wie und wann Positionen im Verlust automatisch vom Broker geschlossen werden. Um den Kunden zu schützen, aber natürlich auch um den Broker selbst zu schützen. Schließlich drohen manche überinvestierten Konten ohne vernünftige Stopps in volatilen Phasen ins Minus zu geraten. Und seit Wegfall der Nachschusspflicht müsste das der Broker ja aus eigener Tasche berappen. Die einen gingen nach dem First In, First Out-Prinzip vor, andere haben die größte Verlustposition geschlossen etc.

Tatsächlich ist uns Tradern und den Brokern in diesem Fall der Worst Case doch noch erspart geblieben. War ursprünglich nämlich geplant, diese Stop-Out-Regel auf jede einzelne Position auszulegen, soll nun doch wieder bloß das gesamte Konto herangezogen werden. Und zwar mit dem Grenzwert von 50%. Berücksichtigt man die deutlich gesenkten Hebel, wird es ohnehin schwierig, 50% der gesamten Margin durch Buchverluste auffressen zu lassen. Jeder vernünftige Trader kennt sich und sein Risiko- und Moneymanagement.

Wer sich die Lektüre der gesamten Publikation antut stößt übrigens auf so manche „amüsanten“ Widersprüche. So begründet die ESMA die neue Stop-Out-Regel von 50% damit, dass bei einer geringeren Schwelle die Gefahr besteht, dass Kunden mehr als ihre Einlage verlieren könnten. Um im nächsten Absatz aber die Abschaffung der Nachschusspflicht zu beschreiben, die genau das ja bereits verunmöglicht…

ESMA Verbot monetärer Anreize

Nach der verstörenden Lektüre was die Hebelrestriktionen betrifft hier nun wieder ein Lichtblick. Keine Einzahlungsboni mehr, keine Wiederauflade-Boni, keine Aktionen mehr mit Spread zurück oder reduzierten Kommissionen. Kurz gesagt: die Broker dürfen die Kunden nicht dazu verführen Trades einzugehen, die sie sonst vielleicht nicht machen würden. Darunter fallen natürlich auch Rabattaktionen, manche Broker haben am Ende des Monats Vieltradern einen Teil des Spreads oder der bezahlten Gebühren zurückerstattet.

Da klingelt doch etwas? Richtig, auch BrokerDeal belohnt Trader (egal ob sie einen Trade oder tausende tätigen im Monat) mit einer monatlich im Nachhinein erstatteten Gutschrift. Das bleibt allerdings unbedenklich, dieser Anreiz kommt ja schließlich nicht vom Broker selbst. Und Brokerdeal liefert mit den Gutschriften, den Artikeln, dem Newsletter und Webinaren einen regelmäßigen Mehrwert.

Risiko-Hinweis als Folge der ESMA Regulierung

Künftig muss in jeder noch so unwichtigen Kommunikation zwischen Broker und Kunde ein deutlicher Risikohinweis zu finden sein. Soweit noch nichts Besonderes. Neu ist aber, dass künftig in Prozent angegeben werden muss wie viele Konten in den letzten 12 Monaten Verluste gemacht haben.

Die Berechnungsgrundlage ist dabei streng standardisiert, könnt ihr bei Interesse auf Seite 8 nachlesen. Den Grundstein für diese Maßnahme haben wohl die immer wiederkehrenden Vorwürfe gelegt, dass 90% oder mehr der CFD-Trader Geld verlieren. Dazu kursieren etwa Aussagen der irischen oder polnischen Behörden mit einer Schwankungsbreite zwischen 74-89 % an Konten die einen Verlust aufweisen (wie groß das Minus war ist nicht bekannt).

Auf die meisten größeren Märkte ist das aber wohl nicht umzulegen. Man sehe sich etwa die vierteljährlichen Berichte der US-Forex-Broker an. Der den Kunden von OANDA, Interacitve Brokers & Co eine durchschnittliche Erfolgsquote von 32,5% bescheinigt. Und wie eine Studie des CFin Research Center for Financial Services in Deutschland ermittelt hat, verbuchten in dieser Untersuchung nur 62,7% der deutschen Kunden Verluste beim Handel mit CFDs.

Es wird mit Sicherheit spannend die Unterschiede zwischen den Quoten bei den verschiedenen Brokern auf einen Blick vergleichen zu können. Auch daraus lassen sich ja gewisse Rückschlüsse ziehen was die Qualität der Kursstellung und der Ausführungsqualität betrifft.

Broker reagieren mit kreativen Lösungen

Ältere Stellungnahmen diverser Broker waren bereits im Vorgängerartikel zu lesen. Welche Schlupflöcher und mögliche Lösungen nun in den Köpfen der Broker rumspuken, darf ich erstmal nur inoffiziell zitieren.

  1. Broker gewährt Kreditrahmen
    Es gibt bereits einen Aktien-Broker, der gewährt den Kunden einfach einen Kredit, direkt auf das Handelskonto gebucht. Eine sogenannte „tradeable asset“. Dafür werden zwar gesalzene Zinsen fällig. Aber theoretisch könnte man so mit nur 1 EUR Einlage wieder massiv gehebelt handeln. Einer Bewertung enthalte ich mich dazu erst einmal, ich möchte es nur erwähnt haben.
  2. Als professionellen Kunden einstufen lassen
    CMC, IG und andere Broker bieten mittlerweile bereitwillig an, sich statt als „retail investor“ dann als „professional client“ einstufen zu lassen. Die Hebelbeschränkungen würden dann nicht gelten für dieses Konto, können wieder frei verhandelt werden. Dafür muss man aber auch wieder darauf verzichten von der Nachschusspflicht befreit zu werden. Was Trader die wissen was sie tun nur allzu gerne hinnehmen werden.
    Zudem ein Gesprächspartner bereits angedeutet hat, trotzdem auf die Nachschusspflicht verzichten zu wollen. Wer sich dafür näher interessiert soll mir eine Mail schicken.
  3. Kunden über Offshore-Niederlassungen leiten
    Das würde dann im Grunde ca. so ablaufen: der Broker ist in der EU reguliert. Hat aber auch eine Zweigniederlassung z.B. auf einer exotischen Insel. Man ruft als Kunde dort an und erkundigt sich nach höheren Hebeln. Die Antwort wäre dann in etwa „Tut mir leid, die neuen Vorschriften untersagen höhere Hebel. Wir könnten Sie allerdings auf unsere Niederlassung auf Gilligans Insel umschlüsseln wenn Sie das wünschen?“.

Und ich gebe zu bedenken: nach dem Brexit 2020/2020 wird wohl auch UK nicht mehr an diese Restriktionen gebunden sein wenn die FCA das möchte! Also alles andere als ein exotisches Offshore-Land.

Überhaupt reiben sich Broker aus dem EU-Ausland aktuell fleißig die Hände, und empfangen CFD-Trader die auf höhere Hebel angewiesen sind mit offenen Armen. Viele Herkunftsländer, speziell manche Inseln, werden sich zwar schwer tun skeptische Anleger zu gewinnen, die dorthin zigtausende Euros überweisen sollen. Renommierte Anbieter etwa aus Australien können sich aber meiner Meinung nach berechtigte Hoffnungen auf ein Bombengeschäft machen. Auch hierzu halten wir euch natürlich auf dem Laufenden, sind schon mit zwei Anbietern im Gespräch die wir uns als attraktive Alternative für euch in der Hinterhand behalten wollen.

Was kommt nach der Regulierung?

Die neuen Vorschriften treten wohl zügig in Kraft, spätestens im Sommer diesen Jahres. Wenn dem nicht noch juristische Maßnahmen einen Strich durch die Rechnung machen sollten. Aber auch wenn das ausbleibt wird das ESMA-Wort nicht sofort überall Gesetz, denn: im Grunde macht die ESMA den einzelnen Ländern nur Vorschläge. Die einzelnen Regulierungsbehörden sind also nicht verpflichtet, sich 1:1 an die Vorgaben zu halten.

Die britische Aufsichtsbehörde FCA hat etwa schon angekündigt, mit der ESMA erneut konsultieren zu wollen. Theoretisch ist also auch weiterhin der dort geltende Hebel von 50:1 denkbar. Während der holländischen Behörde die beschriebenen Marginsätze völlig egal sind, die wollen weiter auf einem Hebel von lediglich 1 bestehen.

Mit Spannung bleibt zu erwarten wie sich die ESMA vorstellt verhindern zu können, dass wir Trader einfach Broker im EU-Ausland wählen. Dabei verlässt man dann natürlich den regulatorischen Schirm der EU, womit in Sachen Anlegerschutz eigentlich genau das Gegenteil erreicht werden würde.

Mit Sicherheit werden auch Futures-Broker wieder interessanter, auch hierzu stehen wir im Gespräch mit einem neuen interessanten Anbieter zwecks Vorteilen für Mitglieder von BrokerDeal.

Was mich persönlich einfach massiv ankotzt ist die Ungleichbehandlung mit anderen nicht börsengehandelten Produkten. Allen voran Optionsscheinen und Zertifikaten, die großteils im Direkthandel mit den Emittenten umgesetzt werden. Wie Trader hierbei abgezockt werden ist unvorstellbar und habe ich schon in mehreren Artikeln thematisiert.

Ich möchte mich hier nicht wiederholen, verweise an dieser Stelle bei Interesse lieber auf das kurze Beispiel im Fazit im Vorgängerartikel.

Leider ist die ESMA Regulierung als harte Linie vollzogen worden, was im ersten Entwurf der Hebelreduktionen bereits vorab zu vermuten war. Wie absurd und realitätsfern die Behörde hierbei dabei vorging, habe ich hoffentlich veranschaulichen können.

Gut kapitalisierte Trader werden sich davon nicht verschrecken lassen. Kleinkonten im Trading stehen allerdings vor einer Herausforderung, die Brokerbranche mit Sicherheit auch. Kreative Lösungen werden aber schon entworfen.

Und eine Hoffnung darf ich am Ende noch äußern: vielleicht wird es den deutschen Online-Brokern damit auch zu bunt bzw. zu unrentabel CFDs anzubieten. Die sie ja zu horrenden Konditionen anbieten in dem Wissen, dass der Großteil ihrer Kunden die sie aus dem bisherigen Wertpapiergeschäft schon hatten damit bei ihnen handelt statt nach einem „richtigen“ CFD-Broker zu suchen.

In dieser Branche wird es jedenfalls nie langweilig, ich freue mich auf eure Kommentare und Feedbacks,

Viel Erfolg beim Trading
Michael Hinterleitner

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