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Devisenmarkt

Der Devisenmarkt als Teil des Finanzmarktes

Mit dem folgenden Artikel soll Dir eine entspannte Einführung in das spannende und komplexe Thema Devisenmarkt gegeben werden. Neben der zentralen Bedeutung für die Weltwirtschaft bietet der Devisenmarkt außerdem wertvolle Möglichkeiten für den langfristigen Vermögensaufbau.
Beschäftigst Du Dich intensiv mit dem Geschehen, welches den Devisenmarkt prägt, erfährst Du ganz nebenbei auch noch grundlegende Zusammenhänge der Wirtschaft und lernst verschiedene Signale und Ereignisse, die den Devisenmarkt beeinflussen, für Dich zu nutzen.
Um darüber hinaus auch zu verstehen, wie der Devisenmarkt funktioniert, soll Dir nun die Theorie aufgezeigt werden, um diese
später selbst praktisch anwenden zu können.

Was sind Devisen?

Devisen sind fremde Währungen, wie z. B. der US-Dollar (aus Sicht des Euroraumes) in der Form von Buchgeld. Gehst Du zu deiner Hausbank und orderst Bargeld von fremden Währungen, dann wird von Sorten, die nicht zu dem Devisenmarkt gehören, gesprochen. Der Handel von Devisen findet auf dem Devisenmarkt statt. Dieser setzt sich aus den Devisenbörsen und dem direkten Handel von Devisen zusammen.
Aus der Notwendigkeit heraus, Angebot und Nachfrage von Devisen zusammenzuführen, entstand der Devisenmarkt.

Entstehung des Devisenmarkts

Als Geburtsstätte des Devisenhandels wird allgemein hin das alte Griechenland gesehen. Viele Händler aus vielen Kleinstaaten mit unterschiedlichen Währungen trafen aufeinander und es musste eine Möglichkeit geschaffen werden, die diversen Zahlungsmittel miteinander zu handeln bzw. zu wechseln, um den Warenhandel zu erleichtern und voran zu treiben.

Erste Geldwechsler kamen auf und wechselten die verschiedenen Währungen und Münzen in die gewünschten. Weiterer Meilenstein auf dem Weg zum internationalen größten Finanzmarkt war das Aufkommen der florentinischen Familie Medici, die durch zahlreiche Handelstätigkeiten das Nostrokonto etablierten.
Später begann sich mehr und mehr der Goldstandard, dem eine bestimmte Menge Geld eine bestimmte Menge Gold gegenübersteht, durchzusetzen.

Internationale Bedeutung bekam der Devisenmarkt ab dem 19. Jahrhundert. Unerwähnt darf hier auf keinen Fall das Weltbank- und das Bretton Woods System mit dem dazugehörigen internationalen Währungsfond bleiben, welches feste Wechselkurse und Bandbreiten in denen die Kurse schwanken durften festlegte, mit dem US-Dollar als Ankerwährung.
Die US Notenbank verpflichtete sich, Dollar gegen Gold zu einem festen Kurs zu tauschen. Das heißt die Geldmenge war durch Gold gedeckt.

Im Jahr 1973 fand das Bretton Woods System der festen Wechselkurse schließlich sein Ende. Darüber hinaus besteht die Weltbank und der IWF als Kontrollinstitution aber noch bis heute und fördert die internationale Zusammenarbeit in Sachen Währungspolitik oder vergibt z. B. Kredite an Staaten, welche Zahlungsbilanzschwierigkeiten aufweisen. Eine tiefgehende Beschäftigung mit der Thematik Bretton-Woods würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen, jedoch bleibt die Beschäftigung mit dem Thema, um die heutigen Zusammenhänge zu verstehen, sehr zu empfehlen.

Seit dem Einbruch des Bretton Woods Systems existiert am Devisenmarkt das System der freien und schwankenden Wechselkurse, welches den Devisenmarkt bis heute bestimmt. Übrigens existieren ca. 160 Währungen auf der ganzen Erde. Entsprechend groß ist die Qual der Wahl des richtigen Währungspaares auf dem Devisenmarkt. Betrachtet man das Handelsvolumen, bilden neben dem
US-Dollar, der japanische Yen und der Euro die weltweit am meisten gehandelten Devisen.
Wichtige Handelszentren bilden die Großstädte London, Frankfurt, New York City, Singapur oder Tokio.

Mit aufkommen des Internets wurden die bestehenden Börsen jedoch immer mehr verdrängt und sämtliche Marktplätze sind heute durch das Internet untereinander verbunden, was dazu führt, dass dieser virtuelle Globalmarkt geographisch nicht mehr abgrenzbar ist. Dies ermöglicht zwar eine sehr hohe Transparenz, doch sorgt es auch dafür, dass die Möglichkeit des Arbitragegewinnes unterdrückt wird (Arbitrage – aufgrund von asymmetrischen Informationen Währung billig kaufen und teuer
verkaufen).

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Nach und nach wird der Devisenmarkt neben Zentral- und Geschäftsbanken sowie internationalen Unternehmen durch sogenannte Broker, welche den Zugang zum Devisenmarkt bereitstellen auch immer interessanter für private Haushalte, da aktuelle technische Möglichkeiten die Partizipation an diesen aufregenden Markt erlauben und immer neue Softwaretools und Angebote aufkommen, welche die Beteiligung für jeden ermöglichen und vereinfachen.

Hinzu kommt, dass viele Softwareangebote bereits mit einem Demokonto oder Trading Strategien ausgestattet sind, so dass auch private Trader nach einer erprobten Strategie handeln können, um ihr Wissen und die Expertise immer weiter voran zu treiben.

Der Devisenmarkt und seine Unterteilung – Termine im Kassamarkt

Der Oberbegriff Finanzmarkt beinhaltet neben dem Devisenmarkt (auch FOREX für foreign exchange market) noch den Geld- und Kapitalmarkt. Mit einem weltweiten durchschnittlichen Umsatz von ca. 5-6 Billionen US-Dollar pro Handelstag ist der Devisenmarkt außerdem der finanzstärkste Markt der Welt.
Der Großteil davon wird vom Interbankenhandel, also den Devisenmarkttransaktionen unter den Banken generiert. Nichtsdestotrotz ist das weltweit gehandelte Volumen um ein vielfaches größer, als welches zur Abwicklung des Außenhandels als originärer Grund des Devisenmarktes nötig wäre.

Hier wird deutlich welche Rolle der Devisenmarkt für die Absicherung von Geschäften und Spekulationen spielt.
Der Devisenmarkt lässt sich weiterhin in 2 Teilmärkte, den Kassa- und den Terminmarkt untergliedern. Der Kassa- oder auch Spotmarkt ist der Markt für kurzfristige Devisengeschäfte. Also zwischen Kauf oder Verkauf und der Lieferung vergehen höchstens 2 Bankarbeitstage.

In der Fachsprache heißt es, das Verpflichtungs- und Verfügungsgeschäft (Erfüllungsgeschäft) direkt aufeinander folgen. Des Weiteren gelten im Kassamarkt die jeweiligen aktuellen Tageskurse. Im Gegensatz dazu liegen bei dem Terminmarkt oder auch Outrightgeschäft zwischen Vertragsabschluss und Lieferung eine Zeitspanne, die mindestens 2 Bankarbeitstage übersteigt.
Teilweise werden manche Kontrakte (im Terminmarkt werden Verträge, auch Kontrakte genannt, gehandelt) für mehrere Jahre in der Zukunft abgeschlossen.

Da durch den längeren Zeitraum hinweg auch das Risiko steigt, ist der sogenannte Spread (Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs bzw. Bid und Ask) umso höher, je länger ein Geschäft in der Zukunft läuft. Beim Abschluss eines Devisenterminkontraktes, sichert man sich das Recht eine Währung zu einem bestimmten Kurs, zu einem bestimmten Zeitpunkt zu kaufen oder zu verkaufen. Dies geschieht in der Form von sogenannten Forwards oder Futures oder auch Optionen.

Optionen sind dabei bedingte, also nicht zwingend verpflichtende Verträge und Forward und Futures sind wiederum bindend (unbedingt), d.h. die Vertragspartner müssen liefern. Nebenbei ist der Unterschied zwischen einem Forward und einem Future lediglich die Ausgestaltung des Kontraktes. Während Futures standardisiert also fungibel sind und somit an der Börse gehandelt werden können, sind Forwards individuelle, zwischen 2 Vertragsparteien ausgehandelte Objekte, welche nicht fungibel sind und somit OTC (over the counter) gehandelt werden müssen.

Preisbildung – fast fest veränderliche Wechselkurse, die schwanken

Wie so oft richtet sich der Preis einer Währung, also der Kurs in Relation zu einer anderen Währung nach Angebot und Nachfrage auf dem betrachteten Markt, in diesem Fall dem Devisenmarkt. Je nach Währungspaar (z. B. EUR/USD) unterscheiden sich die Kurse oder das Umtauschverhältnis und die Schwankung in den Kursen teilweise sehr stark, was natürlich ein beachtliches Risiko aber eben auch genauso beachtliche Chancen beinhaltet.

Im Gegensatz zum damals vorherrschenden Bretton Woods System existieren heutzutage flexibel Wechselkurse die von unzähligen Parametern beeinflusst werden.
Der Wechselkurs, welcher auf zwei verschiedene Art und Weisen dargestellt werden kann, nämlich nach Preis- oder Mengennotierung (siehe auch Artikel Währungspaare), wird grds. durch Ab- oder Aufwertung der einheimischen Währung gegenüber der zweiten Währung des Währungspaares verändert.
Bei einer Abwertung der einheimischen Währung, steigt der Preis der Fremdwährung ausgedrückt in einheimischer Währung. Die einheimischen Güter und Dienstleitungen werden für die (Währungs-)
Ausländer billiger und ausländische (außerhalb des Währungsraumes) Güter werden für die einheimischen Bewohner teurer. Erfolgt eine Aufwertung passiert das gleiche nur in entgegengesetzter Richtung.
Gründe für Auf- und Abwertungen können extrem unterschiedlich sein und richten ich vor allem nach den Einflussfaktoren auf dem Devisenmarkt, welche im späteren Abschnitt aufgezählt sind.

Handel am Devisenmarkt

Neben Kreditinstituten und Zentralbanken agieren am Devisenmarkt die verschiedenen Staaten sowie Unternehmen aus dem Nichtbankensektor. Auch KMU´S (kleine und mittelständische Unternehmen) und private Trader agieren an diesem größten Finanzmarkt der Welt, müssen aber als Bindeglied Broker einschalten um ihre Order zu platzieren.

Anders als bei anderen Märkten, findet der Großteil der Transaktionen außerbörslich statt. Das heißt es existiert kein zentral organisierter Ort wie etwa eine Börse sondern die Marktteilnehmer handeln direkt über einen Broker . Neben den Zentralbanken (Interbankenhandel) finden sich am Devisenmarkt Großbanken, Broker (als Bindeglied zwischen Kunde und Markt), internationale Unternehmen, Fondsgesellschaften und Privatpersonen.

Neben persönlichen Präferenzen und finanziellen Restriktionen kann bei der Auswahl des zu handelten Währungspaares eine professionelle Chartanalyse der betreffenden Währungen bei der Auswahl des Kauf- bzw. Verkaufszeitpunktes eine aussagekräftige Grundlage bieten. Im Zeitalter von Big Data und auf alles anwendbare Algorithmen, handeln vielen softwaregestützte Strategien
ausschließlich auf Chartanalysebasis. Das heißt einzig und allein der bisherige Verlauf des Währungspaares auf Basis eines Diagramms bestimmt den optimalen Zeitpunkt von Kauf und Verkauf.

Aber auch hier gilt: Auf erprobtes und bewährtes zurückgreifen, erfolgreiche Strategien nutzen und natürlich schadet der Blick und die intensive Beschäftigung mit volkswirtschaftlichen Parametern nicht bei der Auswahl eines Währungspaares.

Viel Risiko heißt viel Chance

Doch wie sieht es mit dem Potenzialen, die der Devisenmarkt für seine Teilnehmer bereit hält, aus?
Wie bei allen Finanzgeschäften, solltest Du ausschließlich solche wählen und abschließen, die du auch verstehst und deren Risiken du einschätzen und zur Not auch aushalten kannst. Gerade auf dem sehr komplexen Devisenmarkt ist eine solide Vorbereitung um das theoretische Rüstzeug zu erwerben unumgänglich. Hier können Softwaretools, Videoseminare und Demotrading-Konten eine
immense Hilfestellung bieten.

Auch erprobte Strategien und die Erfahrung von Finanzexperten können unschätzbaren Input für Dich auf dem Weg zum langfristigen Vermögensaufbau sein. Besonders am Devisenmarkt, in welchem man weder Unternehmensanteile noch andere
Wertpapiere handelt, bestimmen Trends und fundamentale Einflussfaktoren die Rendite wesentlich.

Der sogenannte Hebel, von welchen Du in diesem Zusammenhang unweigerlich lesen wirst, beschreibt die Möglichkeit mit relativ niedrigem Geldeinsatz größere Volumen zu handeln. Der Hebel bietet somit die Möglichkeit ein vielfaches der vorhandenen Finanzmittel zu investieren und eine außerordentlich hohe Rendite zu erwirtschaften.
Natürlich ist der Hebel aber keine Einbahnstraße und genau wie er zu hohen Gewinnen führen kann, kann dieser auch zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals und sofern es Nachschusspflichten gibt, auch darüber hinaus führen.

Für die Möglichkeit des „Hebels“ wird von den Brokern eine Sicherheitsleitung oder auch Margin genannt, verlangt.
Diese Margin, die immer einem Bruchteil des Gesamtwertes entspricht, soll mögliche Verluste abdecken und wird bei einem erfolgreichen Trade wieder gutgeschrieben.
Siehe dazu auch der Artikel „Hebelwirkung“.

Einflussfaktoren

Damit Du weißt welche Faktoren den Devisenmarkt grundsätzlich beeinflussen und Du Deine Strategie entsprechend ausrichten kannst, hilft Dir der folgende Abschnitt dabei zu erkennen, welche Signale welche Auswirkungen haben könnten. Natürlich kann die Gesamtheit an Größen die mittel- oder unmittelbar den Devisenmarkt beeinflussen nicht in ihrer Gesamtheit erfasst werden und
natürlich gibt es auch sogenannte unknown unknows, also Dinge von denen wir noch gar nicht wissen, dass wir sie nicht wissen, doch die Basic-Einflussfaktoren werden Dir folgend kurz aufgezeigt.

Vor allem solltest Du zukünftig – falls Du es nicht sowieso schon auf dem „Schirm“ hast – Dein Gespür und Deinen Fokus auf nationale und internationale volkswirtschaftliche Nachrichten legen. Z. B. können die veröffentlichten Arbeitslosenquoten aus Australien an einem bestimmten Stichtag deutliche Impulse für Kauf- und Verkaufsentscheidungen bieten.
Fundamentale Einflussfaktoren auf den Devisenmarkt, die Du bei deinen Entscheidungen unbedingt berücksichtigen solltest sind
beispiselsweise:

  • Kaufkraftparität
  • Außenhandel
  • Realwirtschaft
  • Zinsparität
  • Inflationsrate
  • Arbeitslosenquote
  • Leitzins, BIP, Schuldenstandsquote
  • Interdependenz mit anderen Märkten
  • Stimmungsindikatoren

Für genauere Informationen, was sich hinter den Einflussfaktoren verbirgt, empfiehlt sich der Artikel
„Faktoren, die die Wirtschaft beeinflussen“.

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