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CFDs und binäre Optionen: BaFin kündigt Intervention an

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Banken verdienen mit sogenannten Contracts for Difference (CFDs) und binären Optionen gut. Doch für Privatanleger entpuppen sich die riskanten Finanzprodukte meist als Geldgrab. Deshalb will die Bafin einschreiten – Verbote nicht ausgeschlossen.

Die Finanzaufsicht BaFin will offenbar weitere riskante Finanzprodukte verbieten. Differenzgeschäfte und binäre Optionen stehen laut einem Bericht der „Welt am Sonntag“ („WamS“) unter Beobachtung bei der Behörde.

„Anleger verlieren mit dieser Art von Wetten auf minimale Preisveränderungen bei Aktien, Währungen und Rohstoffen in den allermeisten Fällen“, sagte Elisabeth Roegele, Leiterin der Wertpapieraufsicht der BaFin, der Zeitung. Das habe mit klassischer Wertanlage nichts zu tun. „Bei genau solchen Angeboten sehen wir unsere Aufgabe, Verbraucher zu schützen“, so Roegele. Sie schließe sich der aktuellen Warnung der europäischen Wertpapieraufsicht ESMA vor den Produkten „voll und ganz“ an.

Banken verdienen mit CFDs viel Geld

Ob die Behörde nach Bonitätsanleihen auch bei sogenannten Contracts for Difference (CFDs) und binären Optionen ein Verbot anstrebt, ließ Roegele offen. Solche Produktinterventionen müssten im Vorfeld sehr sorgfältig geprüft und abgewogen werden. Roegele habe aber keinen Zweifel daran gelassen, dass es zu weiteren Interventionen kommen wird, berichtet die „WamS“ weiter.

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Mit CFDs verdienen einige Banken viel Geld. Bei der Commerzbank-Tochter Comdirect beispielsweise entfällt mittlerweile fast ein Drittel aller Kundenorders im Wertpapierhandel auf den Bereich. Vor allem durch den Frankenschock Anfang 2020 gerieten CFDs in den Fokus der Öffentlichkeit. Die Schweizerische Nationalbank hatte damals den Euro-Mindestkurs aufgehoben, viele CFD-Anleger verloren in der Folge durch Nachschusspflichten Geld.

„Konnten nicht sofort ein Verbot aus dem Hut zaubern“

Die Finanzaufsicht darf Produkte jedoch erst seit Inkrafttreten des Kleinanlegerschutzgesetzes im vergangenen Jahr komplett vom Markt nehmen. „Wir konnten dann auch nicht sofort ein Verbot aus dem Hut zaubern“, sagte Roegele zur Begründung, warum die Aufsicht nicht längst reagiert habe.

„Social Trading“: Hobby-Broker drängen an die Börse

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Es ist ein Alptraum für jeden Anlageexperten großer Banken. Im Internet bieten „Social Trading“-Plattformen Anlagemöglichkeiten an, bei denen Profis ersetzt werden durch Amateure – Hobby-Broker geben den Takt an. Die Kosten sind niedriger, weil ja die Stelle des Beratungsprofis in dem neuen Geschäftsmodell überflüssig ist.

Wikifolio, eToro, Zulutrade oder Ayondo heißen die Firmen, die seit einigen Jahren am Markt sind und nach eigenem Bekunden großen Erfolg haben. „Es läuft super, es geht gar nicht besser“, sagt der Deutschland-Chef von eToro, Gabriel Michaeli. Verbraucherschützer sehen den Erfolg der Firmen hingegen mit Sorge.

Jeder kann sich beim „Social Trading“ registrieren lassen

Das Geschäftsmodell ist simpel: Die Anbieter vermitteln Ideen von Hobbybrokern und kassieren dafür Gebühren. Jeder Mensch, der sich zum Anlageexperten berufen sieht, kann sich beim „Social Trading“ (wörtlich: sozialer Handel) als Wertpapierhändler registrieren lassen. Viele dieser Broker waren den Anbietern zufolge zwar in der Bankenwelt tätig oder sie haben als BWL-Studenten Wirtschaftskenntnisse – ein Muss ist das aber nicht.

Diese Händler legen sodann ihre Anlageentscheidungen offen und begründen sie. Läuft die Anlage gut, legen andere Nutzer – auch Follower genannt – ihr Geld genauso an. Dafür zahlen sie Gebühren.

„Rasante Wachstumskurve“

Wikifolio-Chef Andreas Kern schwärmt von einer „Vielzahl an Anlagestrategien, die völlig transparent sind – man sieht jeden Kauf oder Verkauf, man sieht Kommentare, man kann das mit anderen Anlagemöglichkeiten vergleichen“. Sein Wiener Unternehmen mit 35 Mitarbeitern ist erst seit 2020 richtig am Start, mehr als 60.000 Nutzer haben sich inzwischen registriert.

Da man aber auch ohne Konto auf die Wikifolio-Infos zurückgreifen kann, schätzt der 42-jährige Österreicher die Zahl der Nutzer auf mehr als eine Million. Es gebe eine „rasante Wachstumskurve“. 4000 Zertifikate bietet Wikifolio inzwischen an, die an der Stuttgarter Börse gehandelt werden.

„Höchste Renditen nur mit wilder Zockerei erzielbar“

Auf der Stuttgarter Finanzmesse Invest trafen sich die Vertreter der „Social Trading“-Plattformen kürzlich, die Messe hatte den Fintechs – also generell neuen Finanzdiensten im Internet – einen Schwerpunkt gewidmet. Auf den zahlreichen Podiumsdiskussionen traten viele Fintech-Vertreter und Aktienhändler auf und warben mit der Verlockung des schnellen Geldes. Das kam beim Publikum gut an, der Andrang bei den Veranstaltungen war immens.

Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg sieht das Geschäftsmodell dagegen äußerst skeptisch. „Die höchsten Renditen sind nur mit wilder Zockerei erzielbar – das ist keine seriöse Anlagestrategie“, meint Nauhauser. Da Beratung fehle, könnte die Werbung zudem unrealistische Erwartungen wecken.

Anleger vollkommen auf sich allein gestellt

Auch der Stuttgarter Wirtschaftsprofessor Henry Schäfer sieht die neuen Finanzdienste kritisch. Ohne Berater sei der Anleger vollkommen auf sich allein gestellt. Schäfer bezweifelt, dass mehr Transparenz unbedingt zu besseren Anlagen führe. „Mehr Infos, zufriedenere Kunden, so einfach ist die Welt nicht.“ Ähnlich sieht das Verbraucherschützer Nauhauser. Nur weil Handelsentscheidungen einsehbar seien, „heißt das nicht, dass Zockerei ausgeschlossen ist“.

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Vor allem sogenannte CFDs sind Nauhauser ein Dorn im Auge – „Contracts for Difference“. Bei den Finanzinstrumenten setzt man auf den Verlauf von Kursen. Geht die Wette auf, gibt es Gewinne – geht sie daneben, Verluste. Über Hebel kann man Risiko und Chancen vervielfältigen.

„Im Casino sind die Gewinnchancen fairer verteilt“

Nach Ansicht der deutschen Bankenaufsicht Bafin sind CFDs „krass spekulative Finanzinstrumente“. Einer Studie der französischen Finanzmarktaufsicht AMF zufolge sind zwischen 75 und 89 Prozent der CFD-Investoren auf der Verliererstraße, die Gewinne verteilten sich also „sehr ungünstig für Kunden“.

Warum der Laden dennoch brummt? Verbraucherschützer Nauhauser hat eine einfache Erklärung parat: „Glücksspiel zieht Menschen nun mal an.“ Seine Empfehlung: „Wer Geld übrig hat zum Spielen, kann auf CFDs setzen oder ins Casino gehen – im Casino sind die Gewinnchancen allerdings fairer verteilt.“

Bert Rürup hat nichts gegen das „Social Trading“ einzuwenden

Zockerei? Angesprochen auf „Social Trading“ sagte der frühere Wirtschaftsweise Bert Rürup auf der Invest, mündige Anleger seien doch frei, selbst zu entscheiden. „Jeder kann sein Geld vermehren oder verbrennen, wie er will.“

Aber boomt die Nischenbranche wirklich, wie es deren Vertreter unisono sagen? Indizien dafür gibt es, Beweise jedoch nicht. Denn so sehr die Firmen auf transparente Produkte setzen, sie selbst sind es bei der Kommunikation von Unternehmenszahlen nicht. Man gebe nicht alle Zahlen heraus, auch mit Blick auf die Konkurrenz – „um uns zu schützen“, sagt Winkler.

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