Trading mit dem Ichimoku Kinko Hyo Teil II

Beste Broker fur Binare Optionen 2020:
  • Binarium
    Binarium

    Der beste Broker fur binare Optionen fur 2020!
    Ideal fur Anfanger!
    Kostenloser Unterricht!

  • FinMax
    FinMax

    2 Platz in der Rangliste! Zuverlassiger Broker.

Trading mit dem Ichimoku Kinko Hyo (2)

Im letzten Beitrag zum Ichimoku Kinko Hyo haben wir den umfassenden Indikator vorgestellt. Dabei handelt es sich gleichermaßen um einen Analyseindikator und um ein Handelssystem, denn aufgrund der vielen Indikatoren, die er vereint, können auch Handelssignale generiert werden.

Weiterhin haben wir festgestellt, dass der Indikator ein Trendfolgeindikator ist. Aufgrund der vielen Bestätigungen, die erfolgen müssen, damit ein Handelssignal entsteht, ist seine vordergründige Schwäche die späte Signalgebung. Diese Schwäche haben allerdings viele Trendfolgeindikatoren, denn schließlich muss sich der Trend erst bestätigen lassen, bevor der Indikator ein Signal generiert.

Wir haben festgestellt, dass Trends auf langfristiger Basis durchaus mit dem Ichimoku Kinko Hyo handelbar sind. Doch möglicherweise ist der Indikator auch auf kurzfristiger Basis anwendbar.

Kurzfristiger Handel mit dem Ichimoku

Zu Erinnerung: Ein Kaufhandelssignal wird im Ichimoku generiert, wenn …

  1. die Tenkan-Sen-Linie, die Kijun-Sen-Linie nach oben hin kreuzt.
  2. ein Ausbruch aus der Kumo-Wolke erfolgt.
  3. die Chikou-Span-Linie den Ausbruch bestätigt.

Das folgende 4-Stunden-Chart für den S&P 500 auf 4-Stunden-Basis macht deutlich, dass Signale durchaus profitabel sein können. Alle drei Kriterien hätten früh genug einen kurzfristigen Trend angezeigt und ein Signal generiert.

Screen 1: 4-Stundenchart des S&P500

Die Frage, die man sich dennoch stellen sollte, lautet: Wenn die drei Kriterien erfüllt sind, wo ist dann der optimal Einstiegskurs? Denn nimmt man nur die drei Regeln, so ist es dennoch und besonders im kurzfristigen Bereich nicht sinnvoll, in den Anstieg rein zu kaufen, sondern sich zusätzlich einen guten Einstiegspunkt zu suchen.

Unter diesem Aspekt sollte man daher die drei oberen Regeln als den ersten Schritt betrachten, der das „Go“ für das Eingehen einer Position darstellt. Der Kauf basiert wiederum auf weiteren zusätzlichen Regeln. Warum ist das so wichtig?

Aus denselben Gründen, warum man normalerweise ein gutes Chancen-Risiko-Verhältnis erzielen möchte. Das ist dann gegeben, wenn das Verlustpotenzial geringer ist als die Gewinnchance. Das Einstiegs-Set-up hinsichtlich des oberen Beispiels müsste daher folglich so gewählt werden, dass man sich nach unten hin sehr eng absichern kann, während die Wahrscheinlichkeit auf das Fortsetzen eines Trends sehr hoch ist.

Screen 2: 4-Stundenchart des S&P500

Beste Broker fur Binare Optionen 2020:
  • Binarium
    Binarium

    Der beste Broker fur binare Optionen fur 2020!
    Ideal fur Anfanger!
    Kostenloser Unterricht!

  • FinMax
    FinMax

    2 Platz in der Rangliste! Zuverlassiger Broker.

Wir können zwei solcher Set-ups in dem vorliegenden Chart identifizieren. Das erste ergibt sich kurze Zeit später, nach dem Ausbruch aus der Kumo-Wolke. Ein Retest der Unterstützung könnte in diesem Fall als Einstieg genutzt werden. Wer allerdings ganz sicher gehen will, wartet den Retest der Kumo-Wolke ab. Dieser erfolgt im Rahmen des zweiten Einstiegs-Set-ups. Die Kumo-Wolke dient hier als klare Unterstützungszone und entspricht damit auch den Interpretationsregeln des Ichimoku Kinko Hyo.

Nachdem man ein gutes Einstiegs-Set-up gefunden hat, fragt man sich, wo man den Ausstieg wählen sollte. Je nach gehandeltem Produkt ist diese Frage natürlich jeweils anders zu beantworten. Im Falle von binären Optionen stellt sich die Frage nach der Laufzeit. Bei anderen Produkten muss der Ausstieg entweder durch eine Stop-Order oder bei der Trendumkehr definiert werden.

Das obere Beispiel kann Letzteres deutlich darstellen. Der Ausstieg sollte dann erfolgen, wenn die Kumo-Wolke nach unten hin gebrochen wird und die anderen zwei Signalregeln in die andere Richtung zeigen, also quasi ein Gegensignal entsteht. Bei binären Optionen ist die Wahl der richtigen Laufzeit höchstens statistisch oder erfahrungsgemäß zu erfassen. Die Frage dabei ist: Wie lange dauern Trends auf 4-Stunden-Basis normalerweise an? Auch betrifft diese Frage nicht jeden Wert pauschal, sondern ist auf den jeweiligen gehandelten Wert bezogen, wie in diesem Fall auf den S&P 500.

Die statistische Auswertung wird natürlich nicht jeder durchführen können. Was also bleibt, ist der Erfahrungswert. In der Regel behilft man sich mit einem festen Wert, den man immer wählt. Bei 4-Stunden-Charts beispielsweise eine Laufzeit zwischen zwei und fünf Tagen, da Trends, wenn sie früh genug erwischt werden, in der Regel mehrere Tage andauern.

Fazit – Ichimoku Kinko Hyo ist stark im kurzfristigen Handel

Das Handelssystem des Ichimoku Kinko Hyo eignet sich durchaus auch für den Handel auf kurzfristiger Basis. Mehr noch: Trends können damit sogar früher erkannt werden als beispielsweise auf Wochenbasis. Zu beachten ist dabei dennoch, dass Signale zwar die Richtung bestätigen, jedoch keinen optimalen Einstiegspunkt anzeigen. Diesen sollte man sich durch zusätzliche Einstiegs-Set-ups definieren. Dabei sollte die Regel gelten: Günstig kaufen und teuer verkaufen und vice versa.

Für die Ausstiege gilt, dass bei binären Optionen je nach gewähltem Zeitraum die Laufzeit gewählt werden sollte. Bei anderen Produkten gelten Gegensignale als Ausstiegssignale. Mit dem Broker Binary.com kann der US-Index über einige Tage hinweg mit binären Optionen gehandelt werden.

Screen 3: Webseite des Brokers Binary.com

Noch mehr interessante Beiträge für Sie aus unserer Redaktion:

Trading mit dem Parabolic SAR Teil II

Wir haben im letzten Beitrag zum Thema Indikatoren den von Wilder entwickelten Indikator Parabolic SAR vorgestellt. Dabei handelt es sich um ein Handelssystem, das sowohl Einstiege als auch Stopps anzeigen soll. Daher wird der Parabolic SAR als ein Trendfolgeindikator bezeichnet.

Allerdings mussten wir auch feststellen, dass im Rahmen der allgemeinen Interpretationsregeln des Indikators zu viele Fehlsignale generiert werden. Vor allem in Seitwärtsphasen oder stark volatilen Märkten kann daher kein wirklicher Edge beim Trading erreicht werden.

Somit müssen wir schauen, wie sich der Einsatz des Indikators optimieren lässt. Eine Idee wäre es, diesen nur für die Identifikation von Einstiegen oder Stopps zu nutzen. Da einige Handelsarten eine begrenzte Laufzeit aufweisen, macht es folglich auf den ersten Blick wenig Sinn, Stopps über den Parabolic SAR zu definieren. Allerdings ist es dennoch ratsam, Stopppunkte als mögliche Umkehrsignale in Betracht zu ziehen.

Einstiege mit dem Parabolic SAR definieren

Schaut man sich das Silberchart mit 4-Stunden-Kerzen an, macht es Sinn, vorher eine einfache Analyse nach Einstiegen und Stopps zu tätigen – Stopps allerdings im Sinne von potenziellen Umkehrpunkten, wie bereits angedeutet. Da wir uns auf Einstiege konzentrieren wollen, bleibt die Ausgangslage dennoch ein Stopppunkt.

Dieser ist gegeben, wenn der Parabolic SAR im Verlauf immer näher an den Kurs rückt und den Kurs am Ende berührt, im Chart rot eingekreist. Da der Parabolic SAR fortwährend gezeichnet wird und Trader aufgrund dessen mit zu vielen einfachen Signalen konfrontiert sind, sollte man nur diejenigen Punkte wählen, bei denen sich der SAR-Indikator vorher sehr stark vom Kurs entfernt hat. Das deutet auf eine sehr dynamische Bewegung hin, die sich wieder abschwächt.

Screen 1: 4-Stundenchart von Silber

Es sollte allerdings klar sein, dass sich diese Analysemethode besser für eine kurzfristige Handelsstrategie eignet, die sich auch als eine Art Kontratrendmethode bezeichnen lässt. Im Falle von klassischen Optionen, die sich durch die kurzen Laufzeiten besonders für den Handel solcher Strategien eignen, ist diese Methode jedoch auch naheliegend. Noch mal zusammengefasst, sind die wichtigen Schritte:

  1. Es erfolgte eine dynamische Bewegung (SAR-Abstand wird zum Kurs breiter).
  2. Der SAR-Abstand wird immer enger.
  3. SAR berührt den Kurs (möglicher Umkehrpunkt bzw. Stopppunkt).

Im nächsten Schritt sollten die Einstiege definiert werden. Nachdem wir einen möglichen Umkehrpunkt gefunden haben, können wir entweder über technische Set-ups oder weitere Indikatoren einen Einstieg festlegen – oder sogar beides.

Wir bedienen uns zweier Indikatoren: der kurzfristigen 14er Moving Average als Set-up-Ersatz und dem beliebten RSI (Relative Strength Indikator). Die Regeln lauten dementsprechend wie folgt. Für einen Einstieg …

  1. sollte ein Stopppunkt laut der oberen drei Schritte identifiziert werden;
  2. die 14er Moving Average unter- bzw. überschritten werden.
  3. Der RSI muss eine Umkehr entweder durch eine Divergenz oder Bestätigung zum Kurs anzeigen.

Gehen wir nach den definierten Einstiegsregeln und wenden das auf das obere Silberchart an, so erhalten wir in dem gezeigten Zeitraum zwei Handelssignale für den Einstieg. Im letzten Fall wurde zwar ein Stopppunkt identifiziert, allerdings wurde die MA nicht überschritten und der RSI zeigte keine Umkehr durch Divergenz oder Bestätigung an.

Screen 2: 4-Stundenchart mit RSI

Zuletzt ist noch die Frage nach der richtig gewählten Laufzeit zu beantworten. Da wir mit dieser Strategie eher einen kurzfristigeren Ansatz verfolgen – jedoch nicht so kurz, dass wir nur Minuten halten –, würde sich eine Laufzeit zwischen vier und acht Stunden anbieten.

Des Weiteren könnte man die Strategie noch weiter optimieren und beispielsweise festlegen, dass man nur Put-Optionen handelt, da Bewegungen nach unten in der Regel dynamischer ablaufen und man damit schneller mit der Option „in the money“ kommt.

Fazit – Parabolic SAR hat den Test bestanden

Zusammenfassend lässt sich zum Parabolic SAR sagen, dass er sich als Trendfolgeindikator weniger eignet als für die Identifikation möglicher kurzfristiger Wendepunkte. Wendet man ihn auf diese kurzfristigen Strategien an und optimiert ihn mit weiteren Einstiegsregeln, kann er durchaus seine Stärken ausspielen.

Man sollte ihn allerdings nicht wie gedacht als ein Handelssystem betrachten, denn die Signale kommen in diesem Fall zu oft. Weiterhin sollten auch die potenziellen Stopppunkte als Umkehrsignale nur in Verbindung mit vorhergehenden dynamischen Bewegungen identifiziert werden.

Das stellt sicher, dass sich der starke Trend abkühlt und eine Korrektur wahrscheinlicher wird. Je dynamischer der vorherige Trend, umso stärker könnte die Korrektur ausfallen. Andernfalls bestünde die Gefahr, dass sich lediglich eine Seitwärtsphase anschließt, bei denen der Parabolic SAR seine deutlichen Schwächen hat.

Ichimoku-Trading E-Book

Karin Roller

Ichimoku-Trading E-Book

Karin Roller

  • Herausgeber : FinanzBuch Verlag
  • Kategorie : Geisteswissenschaft
  • Sprache : Deutsch
  • Veröffentlichungsjahr : 2020

Das Ichimoku-Trading basiert auf einem vor dem Zweiten Weltkrieg konzipierten Indikator, der dem Trader zeigen soll, wo der Kurs sich hinbewegt und wann der richtige Zeitpunkt zum Ein- und Ausstieg ist. Erfunden wurde dieser Indikator von einem japanischen Journalisten namens Ichimoku Sanjin, dessen Charts in Japan nicht nur im Aktienmarkt sehr populär wurden, sondern auch im Devisen-, Anleihen-, Futures-, Rohstoff- und Optionsmarkt ihre Anwendung fanden. Obwohl diese Technik schon vor mehr als 30 Jahren publik gemacht wurde, findet Sie erst in den letzten Jahren internationale Beachtung. Karin Roller ist in Deutschland die Expertin auf diesem Gebiet und ist dafür verantwortlich, dass Ichimoku-Trading immer populärer wird.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

Zum Newsletter anmelden

Bleiben Sie am Laufenden, was Premieren, neue App-Funktionen und alles, was für Leseratten wichtig ist, betrifft.

34,99 €
ab 0,00 € im Legimi Gutscheinprogramm

Zum Warenkorb hinzufügen

Ähnliche

Ichimoku-Trading

Ichimoku-Trading

Besser traden mit der Wolkenchart-Indikatortechnik

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie,detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.de abrufbar.

Für Fragen und Anregungen:

© 2020 FinanzBuch Verlag GmbH

Nymphenburger Straße 86

Tel.: 089 651285-0

Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

Lektorat: Dirk Peter

Umschlagabbildung: Getty Images

Satz: Manfred Zech, HJR, Landsberg am Lech

Korrektorat: Siegrid Graf

Druck: CPI books GmbH, Leck

Printed in Germany

ISBN Print 978-3-89879-948-5

ISBN E-Book (PDF) 978-3-86248-847-6

ISBN E-Book (EPUB, Mobi) 978-3-86248-848-3

Weitere Informationen zum Verlag finden Sie unter

eBook by ePubMATIC.com

Inhaltsverzeichnis

GEDANKEN ZUR TECHNISCHEN ANALYSE

Ziele der Technischen Analyse

Drei Grundannahmen der Technischen Analyse

Kritikpunkte an der Technischen Analyse

Historisches zur Technischen Analyse der Finanzmärkte

Die Begegnung zwischen Ost und West

EIN BILD SAGT MEHR ALS TAUSEND WORTE

Konzept von Widerstand und Unterstützung (support and resistance)

Charakteristisches zu Widerstands- und Unterstützungslinien

Indikatoren und Oszillatoren

OBV – On Balance Volume

MACD – Moving Average Convergence Divergence Indicator

Kanäle und Bänder

RSI nach Welles Wilder

ADX – Average Directional Index

ATR – Average True Range

Kurszielbestimmung 1-2-3 Methode

1-2-3 Methode – Zusammenfassung

Zeitzielbestimmung mit Fibonacci

ICHIMOKU KINKO HYO

Konstruktion eines Charts

Kijun-Sen und Tenkan-Sen

Variante 1: Kreuzung Kijun-Sen und Tenkan-Sen

Variante 2: Kreuzung Kijun-Sen und Preis

Variante 3: Ausbruch des Preises aus der Wolke

Variante 4: Kreuzung Senkou Span 1 und Senkou Span 2

Variante 5: Kreuzung Chikou Span mit Preislinie

Beziehung zwischen Welle und Zeit

Positions- und Risikomanagement

Checkliste einer Technischen Analyse

Code und Anwendung für Kumo-Breakout

Vorwort

Von Jürgen Nowacki

Die Ausschläge an den Finanzmärkten werden größer, die Volatilitäten steigen und fallen oftmals in kurzen Zeiträumen und stellen nicht nur Vermögensverwalter und Fondsmanager vor große Herausforderungen. Auch die Legislative muss sich fragen, wie sie vor dem Hintergrund der demografischen Verschiebungen und der großen Probleme einer stetig wachsenden Verschuldung in die Finanzwirtschaft eingreifen kann, ohne die Selbstheilungsprozesse des Marktes zu stören und die Bevölkerung zu verunsichern. Mit anderen Worten, weitere Finanzkrisen werden folgen und in immer kürzeren Abständen die Bildung und Vermehrung von privatem Vermögen gefährden.

In einer Zeit, in der Staaten, Banken und Versicherungen insolvent werden, muss jedem Anleger und Investor klar sein, dass er sich selbst um seine Finanzen und Vermögensverwaltung kümmern muss. Zumindest aber sollte er in der Lage sein, in Eigenregie mit einem Fonds oder einer Bank zu konkurrieren, um nach Möglichkeit ein Ergebnis zu erzielen, das dann heißt: »Ich war besser als mein Verwalter, ich war besser als meine Bank«. In einer Bankenwelt, in der die Produkte immer komplexer und vielseitiger werden und selbst von Experten nur mühsam umfassend beurteilt werden können, ist eine störungsfreie Kommunikation zwischen Kunde und Bank kaum noch möglich.

»Vermögensverwalter in Eigenregie« ist ein Beruf, der Investitionen in Zeit und Geld erfordert. Eine gute Wirtschaftszeitung, ein Computer mit Internetanschluss reicht dafür nicht aus. Investieren Sie auch in gute Software, Coachingseminare und in gute Fachbücher. Empfehlenswert sind zum einen der Sammelband »Tradingwelten« aus dem Finanzbuchverlag München – und hier insbesondere die Einführung in die Elliott-Wave-Analyse von Karin Roller – sowie das Buch der gleichen Autorin, das Sie gerade in Händen halten.

Es ist das einzige seiner Art, das in Zusammenarbeit mit einer japanischen Übersetzerin Ursprungstexte analysiert und von einer sehr talentierten und an den Märkten sehr erfolgreichen Traderin für europäische Leser geschrieben wurde.

Die asiatische Philosophie sieht in der Wirtschaft mehr die großen Zusammenhänge und plant in längeren Zeiträumen. Deshalb ist sie der westlichen Idee vom schnellen Erfolg überlegen. Grundlagen dafür finden sich im Shintoismus, dem Weg der Götter, und im Buddhismus. Die wahren Gründe für wirtschaftliche Einbrüche und Erholungsphasen bleiben oftmals im Verborgenen oder lassen sich erst viel später historisch aufarbeiten. Umso wichtiger aber ist es, Werkzeuge zu nutzen, die es ermöglichen, Ordnung in das gefühlsmäßige Chaos in der Wahrnehmung der Finanzmärkte zu bringen und sich klare und zielführende Entscheidungen zu erleichtern.

Ichimoku Kinko Hyo hilft, die Märkte im großen Bild und aus einer gewissen Distanz zu analysieren. Ichimoku ist, wie alle Werkzeuge der Technischen Analyse, kein Allheilmittel für schnellen Börsenerfolg, sondern erfordert eine gewisse Hingabe und Demut im Lernen. Ichimoku wird sich vielleicht nur einer kleinen Minderheit von Tradern und Vermögensverwaltern erschließen, ihnen aber wird dann ein zeitlicher Vorsprung am Markt sicher sein.

Jürgen NowackiVTAD Vorstandsmitgliedund geschäftsführender Gesellschafter der my-broker GmbH

Über dieses Buch

Ichimoku Kinko Hyo – von dieser Indikatorentechnik habe ich zum ersten Mal auf der IFTA1 Konferenz 2008 in Paris gehört. Akira Homma von Aizawa Securities hat einen Vortrag über »The Ichimoku cloud chart, a commonly used technique in Japan« gehalten. Für mich bis dato etwas völlig Unbekanntes, habe ich mich zuerst unter den Teilnehmern der Konferenz und dann nach der Rückkehr von Paris über diese japanische Indikatorentechnik schlau gemacht.

Kaum zu Hause, habe ich festgestellt, dass es auf meiner Handelsplattform unter der Rubrik »Analysen/Oszillatoren« Ichimoku Kinko Hyo zum Anklicken gibt. Sofort habe ich damit einen Chart bestückt – und nur Bahnhof verstanden. Das war Ansporn genug, mich intensiv mit diesem Thema zu beschäftigen. Dabei habe ich festgestellt, dass es zu dieser Methode in der westlichen Welt sehr wenige Informationen gibt. Mit Sicherheit einer der Gründe, wieso diese Indikatorentechnik hierzulande noch wenig verbreitet ist. Ein paar Artikel hier und da im Internet, immerhin ein Buch von Nicole Elliott (in englischer Sprache), und auf fxstreet.com gibt es Webinare zum Thema. Im Frühjahr 2020 erschien ein weiteres Buch in englischer Sprache, von David Linton. Aber das war‘s dann auch schon.

Nachdem ich mich immer mehr in diese Methode eingearbeitet habe, ihren Wert fürs Trading erkannte und Ichimoku Kinko Hyo in den Prüfungskatalog der CFTe2 II Prüfung mit aufgenommen wurde, reifte in mir der Entschluss, mein Wissen über diese Methode einem breiten Publikum in deutscher Sprache zur Verfügung zu stellen.

Allerdings waren die wenigen, zur Verfügung stehenden Informationen dürftig und zum Teil auch noch fehlerhaft. Also blieb mir nichts anderes übrig, als die Originale zu studieren. Und da gibt es ja auch dieses spannende Buch von Hidenobu Sasaki, nur: Ich kann kein japanisch!

An dieser Stelle gilt mein ganz besonderer Dank Christiane Yamakoshi, in ihr fand ich eine profunde Übersetzerin. Ohne sie hätte ich nie einen so tiefen Einblick in die Welt des Ichimoku bekommen. Hinter Ichimoku steckt nämlich nicht nur eine Methode der Technischen Analyse – es verbirgt sich eine ganze Philosophie dahinter. Wie bei vielem anderen in Japan übrigens auch: der Teezeremonie, Ikebana, Karate und so weiter.

Ein Dankeschön auch an alle, die mich auf meinem Weg, ein Buch über Ichimoku zu schreiben, unterstützt und begleitet haben.

Gedanken zur Technischen Analyse

Ziele der Technischen Analyse

Was ist denn überhaupt »Technische Analyse« und was ist deren Ziel? Wieso verbringen manche Menschen Zeit damit, sich Charts der verschiedensten Aktien, Rohstoffe, Währungen oder was auch immer zu betrachten und zu analysieren? Für alle, die sich mit den Finanzmärkten und damit Wertpapieren, Rohstoffen oder Währungen beschäftigen, gilt es nur zwei Fragen zu beantworten:

1. Wann ist der richtige Zeitpunkt für ein Investment – oder – wie ist der aktuelle Trend?

2. Wann macht es Sinn, die Position zu schließen – oder – gibt es Signale für eine Trendumkehr?

Mit Beantwortung dieser beiden Fragen kann der richtige Zeitpunkt für ein Investment oder für die Gewinnmitnahme gewählt werden. Ein praktisches Beispiel dafür: Angenommen, Sie wollen den Betrag X in eine Aktie investieren. Wie wählen Sie die Aktie aus? Sie fragen Ihren Bankberater nach einer Empfehlung. Oder Sie fragen einen Kollegen beim nächsten Stammtisch. Jetzt haben Sie zwei Namen, zwei Empfehlungen. Was nun? Blind kaufen? Das ist, als ob Sie versuchen, mit verbundenen Augen über eine viel befahrene Straße zu gehen. Wenn Sie Glück haben, kommen Sie auf der anderen Seite wohlbehalten an. Wenn nicht…

Dann schauen Sie sich einfach mal einen ganz schlichten Chart an. Sie brauchen nur einen Computer mit Internetanschluss. Kostenlose Charts gibt’s fast auf jeder Seite, die sich mit Börse beschäftigt.

Welche der beiden Aktien würden Sie in die engere Auswahl ziehen? Wahrscheinlich die links. Und wieso?

Eine kurze Analyse:

Die Aktie im linken Chart von Abbildung 1 befindet sich im Aufwärtstrend, eine Änderung des Trends ist nicht erkennbar. Bei der Aktie im rechten Chart sieht das schon ganz anders aus. Ob hier der Abwärtstrend beendet ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht ersichtlich. Also werden Sie aller Voraussicht nach die Aktie kaufen, die im linken Chart abgebildet ist, das sind übrigens die Henkel Vorzüge, rechts die Aktie der Commerzbank.

Sie sehen – auch für jemanden ohne tiefgreifende Kenntnisse der Technischen Analyse kann ein erster Blick auf einen schnörkellosen Chart wichtige Erkenntnisse bringen.

Abbildung 1: zwei Liniencharts, Zeitraum 2 Jahre zweier DAX-Titel (XETRA)

Drei Grundannahmen der Technischen Analyse

1.Die Marktbewegung diskontiert alles.

Das ist der Grundstein der Technischen Analyse. Die Nachrichtenlage beeinflusst Angebot und Nachfrage. In der Regel sorgen »gute« Nachrichten für steigende Nachfrage. Die fundamentals sind bullisch und damit steigen die Kurse. »Schlechte« Nachrichten hingegen sorgen für steigendes Angebot. Die fundamentals sind bärisch und die Kurse fallen. Alle Nachrichten spiegeln sich in der Kursbewegung wider. Der Grund für die Kursbewegungen ist dem Technischen Analysten egal.

2.Kurse bewegen sich in Trends.

Das Trendkonzept ist absolut unentbehrlich. Ein Trend wird als solcher identifiziert, um danach zu traden. Die meisten Ansätze sind trendfolgend. Ein Trend in Bewegung setzt sich mit größerer Wahrscheinlichkeit fort, als dass er sich umkehrt.

3.Die Geschichte wiederholt sich selbst.

Börse ist Psychologie. »Der Markt« – das sind nichts anderes als Menschen. Und Menschen handeln in ähnlichen Situationen durchaus vergleichbar. Der Schlüssel zum Verständnis der Zukunft liegt im Studium der Vergangenheit.

Kritikpunkte an der Technischen Analyse

1.Charts können nicht die Zukunft vorhersagen!

ABER: Die Wettervorhersage funktioniert genauso! Es werden meteorologische Karten analysiert und daraus Prognosen erstellt. Der Vergleich mit der Wettervorhersage ist zutreffend, da Ichimoku Kinko Hyo auch Wolkencharts genannt werden – wer sie deuten kann, ist klar im Vorteil!

Kursbewegungen sind Zufallsbewegungen, wie der Gang eines Betrunkenen, nicht vorhersagbar, Kurstrends gibt’s nicht, buy and hold ist die beste Strategie.

Die Verfechter dieser Theorie gehen davon aus, dass die Finanzmärkte effizient3 sind und alle Teilnehmer rational handeln. Alle vorhandenen Informationen sind bereits eingepreist, und somit ist niemand in der Lage, dauerhaft überdurchschnittliche Gewinne zu erzielen.

Das gegenteilige Gedankenmodell liefert die Behavioral Finance4. Deren Vertreter gehen davon aus, dass die Marktpreise von der Psychologie der Marktteilnehmer geprägt sind.

Gegen die Random-Walk-Theorie spricht, dass es zum einen in der Tat »erfolgreiche« Technische Analyse gibt, und zum anderen folgen die Aktienkurse nicht dem statistischen Modell der Normalverteilung5. Werden die Kursbewegungen statistisch ausgewertet, so verläuft die Kurve in den Randbereichen nicht etwa glatt und stetig gegen Null laufend. An den Flanken der Kurve werden die sogenannten »fetten Verteilungsenden« ausgebildet (Fat Tails). Die Fat Tails sind nichts anderes als Tage mit extremen Kursschwankungen. Wenn also der DAX mal so mir nix dir nix an einem Tag 11,4% zulegt (13.10.2008) oder 12,8% verliert (16.10.1989), dann sollte das statistisch betrachtet die absolute Ausnahme sein und nur alle paar tausend Jahre einmal vorkommen. Allerdings kommt das alle paar Monate einmal vor und passt damit nicht in das Modell der Normalverteilung und damit in das Konzept der Zufallsbewegung.

3.Self fullfilling prophecy6

Technische Analyse funktioniert nur, weil sie von vielen verwendet wird, da die Trader auf die gleichen Muster oder gleichen Indikatoren starren und danach handeln. Dazu eine ketzerische Frage: Wenn damit Gewinne realisiert werden können – was ist dann daran so schlimm?

Abbildung 2: DAX Täglich, XETRA, Juni 2007 bis Februar 2008

Ein geradezu mustergültiges Beispiel lieferte der DAX Anfang 2008, der vielbeachtete 200 Tage Durchschnitt dient als anschauliches Beispiel für diese These: Kreuzt der Kurs den 200 Tage Durchschnitt von oben nach unten, gilt dies als Verkaufssignal, kreuzt der Kurs den 200 Tage Durchschnitt von unten nach oben, gilt dies als Kaufsignal.

Weil viele Trader, insbesondere auch institutionelle Anleger mit großen Positionen, den 200 Tage Durchschnitt beobachten und auch danach handeln, trifft die Vorhersage auf fallende oder steigende Kurse in der Regel auch ein.

Der 200 Tage Durchschnitt wurde am 15.01.2008 gebrochen und es ging mit viel Schwung und Volumen in 7 Tagen über 10 % nach unten (siehe Abbildung 2).

Es war ein Trendwechsel mit Ansage: Der Widerstand bei ca. 8.100 Punkten konnte auch nach wiederholten Versuchen nicht gebrochen werden. Es hat sich ein aufsteigendes Dreieck ausgebildet. Nachdem der 200 Tage Durchschnitt durchbrochen wurde, fiel auch die Unterstützung, die die untere Begrenzung des Dreiecks über Wochen geboten hat. Am Tag 4 nach dem Trendbruch der unteren Begrenzung des steigenden Dreiecks begann die Société Générale damit, riesige DAX-Future-Positionen glattzustellen, die ein Händler ohne Genehmigung unter Umgehung sämtlicher Kontrollmechanismen aufgebaut haben soll (das ist der »Fall« Jérôme Kerviel).

… tja… der Kurs macht halt die Nachrichten…

Zugegeben, das ist ein extremes Beispiel. Aber wer die Signale beachtet hat, die der Markt gesendet hat, konnte sein Depot vor großen Verlusten bewahren.

Historisches zur Technischen Analyse der Finanzmärkte

Bezüglich den Anfängen der Technischen Analyse der Finanzmärkte müssen eigentlich zwei Handlungsstränge begonnen werden: zum einen die Entwicklung in Japan und zum anderen die Entwicklung in den USA. Zu einem regelmäßigen und beidseitigem Austausch von Ideen und Methoden ist es erst ab Mitte des 20. Jahrhunderts gekommen.

Japan

Das Fundament zur Entwicklung der Technischen Analyse in Japan wurde bereits im 16. Jahrhundert gelegt. Dazu ein kleiner Exkurs in die Geschichte Japans:

Nach der Sekigahara Schlacht im Jahr 1600 wurde Japan von General Tokugawa Ieyasu geeint. Er gründete in Edo, dem heutigen Tokyo, seine Regierung. Die sogenannte Edo-Zeit (1603–1868) war geprägt von der Abschottung Japans nach außen, innerer Stabilität und kultureller Blüte, aber auch Feudalismus und erblicher Ständegesellschaft. Die Edo-Zeit gilt als die längste Friedenszeit in der Neuzeit weltweit. Es herrschte eine starke Zentralgewalt, das Tokugawa-Shõgunat. Der Tennõ kam über eine repräsentative Funktion nicht hinaus und die ehemals mächtigen Fürstenhäuser wurden entmachtet. Unter anderem wurden sie gezwungen, eine angemessene Residenz in der neuen Hauptstadt zu unterhalten, diese selbst regelmäßig zu bewohnen und ihre Familien dort ganzjährig als Geiseln wohnen zu lassen. Die doppelte Haushaltsführung – Residenz in Edo und im heimatlichen Han (= Lehen) – war kostspielig und zwang die Fürsten zur Kooperation mit der Zentralgewalt. Erhebliche Kaufkraft floss nach Edo, Handwerk und Handel erblühten. Edo wurde zu einer mächtigen und großen Stadt.

Die Haupteinnahmequelle der Herrschenden war Reis, denn Steuern und Abgaben waren in Reis zu bezahlen. Der Reis wurde gelagert und weiterverkauft. Und das so eingenommene Geld wurde großzügig ausgegeben – so wie das im heutigen Leben mit den Steuern und Abgaben auch geschieht.

Gesichert ist, dass die Dõjima Rice Exchange in Osaka 1697 vom Shõgunat die Lizenz zum Reishandel bekam. Mit Gründung einer zentralisierten Börse wurde auch die Liquidität zentralisiert. Bis ca. 1710 wurde nur physischer Reis gehandelt. Aber dann tauchten die ersten Future-Kontrakte auf: Wurde der Reis und damit auch das Geld knapp, wurde die nächste, noch auf dem Feld stehende Ernte verkauft. Für den Leerverkauf von Reis wurden Belege ausgestellt, welche dann gehandelt wurden – der erste Future war geboren und damit natürlich auch die Future-Händler. Neben dem primären Markt, auf welchem nach wie vor physischer Reis gehandelt wurde, entstand ein Sekundärmarkt, auf welchem die Future-Kontrakte gehandelt wurden.

Der berühmteste Reishändler der Dõjima Rice Exchange war der legendäre Munehisa Homma (1724-1803), welcher im 18. Jahrhundert ein Vermögen verdiente. Er versuchte den Markt zu verstehen und vorherzusehen, wie er auf bestimme Ereignisse reagiert, zum Beispiel auf das Wetter, Lagerbestände oder das Handelsvolumen. Er war vermutlich der Erste, der die Preisbewegungen der Vergangenheit dafür nutzte, zukünftige Preisbewegungen vorherzusagen. Er veröffentlichte 1755 das erste Buch über die Psychologie des (Reis-)Marktes, The fountain of Gold – The Three Monkey Record of Money (, San-en Kinsen Hiroku). Bereits damals behauptete er, dass die Psychologie des Marktes ein wichtiger Aspekt für den Handelserfolg ist und dass die Emotionen der Reishändler einen signifikanten Einfluss auf den Reispreis haben. Er kam zu dem Schluss, dass man sich gegen die Markterwartung positionieren kann, wenn alle fallende Reispreise erwarten, denn das ist Grund genug für steigende Preise – und vice versa.

Und damit war die Technische Analyse der Finanzmärkte geboren. Über Generationen hinweg wurden die Analysemethoden verfeinert, und wohl im Jahr 1868 wurden die Candlesticks in der Form, wie wir sie heute kennen, erstmals angewendet.

Doch wie ging die Edo-Zeit zu Ende?

Die Kaufleute wurden immer mächtiger und reicher. Die Fürstenhäuser verschuldeten sich bei den Kaufleuten. Feudalismus und Verstädterung führten zu einer Verschlechterung der ökonomischen Situation, Inflation kam dazu, es kam zu Aufständen. Eingeläutet wurde der Anfang vom Ende des Shõgunats 1853 durch die Ankunft der vier »schwarzen Schiffe« – eines amerikanischen Flottengeschwaders. Die US-Kanonenbootpolitik erzwang eine allmähliche Öffnung des Reiches. Die scheinbare Nachgiebigkeit des Shõguns führte zur Spaltung der Samurai: Während sich die einen für eine gewaltsame Vertreibung der Fremden einsetzten und für eine Reform des Herrscherhauses und der Gesellschaft eintraten, befürworteten andere die Beibehaltung des Shõgunats und der bestehenden japanischen Feudalordnung. 1868 musste der Shõgun die Macht an den Tennõ zurückgeben – der Übergang der Zentralgewalt an den Tennõ verlief allerdings blutig.

Die Indikatorentechnik »Ichimoku Kinko Hyo« (IKH) stammt auch aus dem Land der aufgehenden Sonne. Sie wurde in den 30ern des vergangenen Jahrhunderts von dem japanischen Journalisten Goichi Hosoda (1898–1982) entwickelt. Ein Tross von Studenten soll ihm bei den Kalkulationen der Parameter geholfen haben – man bedenke, damals gab es weder Taschenrechner noch Computer.

Unter dem Pseudonym Ichimoku Sanjin hat er von 1969 bis 1980 eine Reihe von insgesamt 7 Büchern über die »Ichimoku Kinko Charts« veröffentlicht. Diese Bücher sind jedoch nicht als Lehrbücher für den Laien zu verstehen, sie geben einen tiefen Einblick in die spirituelle Sichtweise des Meisters – so wird er in Japan ehrfurchtsvoll genannt. Sein Vermächtnis wird von einer Gesellschaft unter Leitung seines Sohnes sehr restriktiv verwaltet.

Diese Gesellschaft hat 1996 Hidenobu Sasaki (1950–2008) auserkoren, eine Einführung über Ichimoku zu publizieren. Die «Ichimoku Kinko Studies« stammen aus der Feder eines Praktikers: Hidenobu Sasaki hat viele Jahre als hoch angesehener Technischer Analyst bei der Nikko Securities Company gearbeitet und seine Analysen mit Ichimoku Kinko Hyo erstellt.

In Kanji7 sieht das so aus:

Ichimoku Kinko Hyo besteht aus 5 Indikatoren, zwei davon bilden die obere und untere Begrenzung der Wolke. In der wenigen zur Verfügung stehenden Literatur wird IKH auf die Verwendung der Indikatoren reduziert. Die Indikatoren beschreiben das innere Marktgleichgewicht zwischen Bullen und Bären.

Das Gleichgewicht zwischen Preis und Zeit wird über die

beschrieben. Jeder dieser drei Komponenten ist ein eigenes Kapitel gewidmet.

Bei der Nennung dieser drei Komponenten wird man unweigerlich an die Elliott-Waves erinnert. Der Meister kannte die Werke von R.N. Elliott8 (1871–1948) und W.D. Gann9 (1878-1959). Die Methoden und Konzepte der drei Herrschaften haben viele Gemeinsamkeiten:

Preis und Zeit sind voneinander abhängig

Konzept von Unterstützung und Widerstand wird verwendet

es werden Wendepunkte prognostiziert

sie beruhen auf mathematischen Grundlagen

alle drei waren auf der Suche nach einem »Nature’s Law«, das an der Börse seine Anwendung findet.

Allerdings gibt es auch gravierende Unterschiede in Bezug auf Theorie und Praxis: Gann war Trader und hat mit seiner Strategie an der Börse viel Geld verdient (nach einer Pleite!). Er verheimlichte allerdings seine Methode, um sich vor Nachahmern zu schützen. Elliott hingegen hat sich mehr mit der Theorie, dem Erstellen von Prognosen und der Beratung von institutionellen Anlegern beschäftigt. Aus Hosoda’s Lebenslauf geht nicht eindeutig hervor, ob er persönlich mit seiner Indikatorentechnik überhaupt gehandelt hat.

Die »Wolkencharts« – wie sie auch umgangssprachlich bezeichnet werden – finden nur langsam ihren Weg in die Handelsräume der westlichen Welt. Das liegt mit Sicherheit auch daran, dass bisher in der westlichen Welt wenig Literatur über Ichimoku Kinko Hyo veröffentlicht wurde.

Was Ichimoku Kinko Hyo dem Trader bietet? Jede Menge. Mit einem Blick auf einen Wolkenchart werden dem Trader

Kauf- und Verkaufssignale

Unterstützungen und Widerstände

angezeigt. Ein wahrer Tausendsassa also.

Charles Dow (1851–1902) heißt der Begründer der Technischen Analyse in der westlichen Welt. Er war Journalist und gründete 1882 zusammen mit Edward Davis Jones und Charles Milford Bergstresser die Dow Jones & Company. Er gab den ersten Börsenbrief überhaupt heraus – den Customers’ Afternoon Letter –, aus dem 1889 das Wall Street Journal wurde. Darin stellte er am 3. Juli 1884 den ersten Aktienindex vor: den Dow Jones Railroad Average. Heute heißt er Dow Jones Transportation Average. 1886 kreierte er dann den Dow Jones Industrial Average. Die Erstnotiz des aus 12 gleichgewichteten Aktien bestehenden Index lag bei 40,94 Punkten. Im Wall Street Journal veröffentlichte er in 255 Beiträgen seine Beobachtungen und Ideen zu den Märkten. Nach seinem Tod wurden diese zusammengefasst und als Dow Theorie publiziert. Charles Dow schrieb nie ein Buch und hat auch nicht den Begriff »Dow Theorie« verwendet. Das waren seine geistigen Erben, unter anderem Samuel A. Nelson und Robert Rhea.

Dow Theorie

Die 6 Kernaussagen der Dow Theorie besagen Folgendes:

Das Trendkonzept ist absolut unentbehrlich und steht damit an erster Stelle. Ein Aufwärtstrend weist ein Muster von steigenden Hochs und steigenden Tiefs auf. Ein Abwärtstrend weist fallende Hochs und fallende Tiefs auf. Im Seitwärtstrend geht es ein paar Punkte rauf – und wieder runter – und wieder rauf – und wieder runter. Nach Dow hat ein Trend drei zeitliche Dimensionen:

Der primäre oder langfristige Trend: Er steht für Ebbe und Flut und umfasst ein bis mehrere Jahre.

Der sekundäre oder mittelfristige Trend: Er verkörpert Korrekturen im primären Trend und dauert in der Regel drei Wochen bis drei Monate. Diese mittelfristigen Korrekturen führen die Kurse normalerweise zwischen 1/3 und 2/3 der vorhergehenden Trendbewegung zurück. Er repräsentiert die Wellen.

Der tertiäre oder untergeordnete Trend: Er verhält sich wie die Kräuselungen auf den Wellen. Dieser kurzfristige Trend dauert normalerweise weniger als drei Wochen.

2.Primäre Trends haben drei Phasen:

In der Akkumulationsphase kaufen die informierten, scharfsinnigen Investoren. In der Phase der öffentlichen Beteiligung steigen Trendfolger ein und treiben die Kurse nach oben. Die Distributionsphase beginnt bereits am Ende der 2. Phase. Die erste Gruppe der Investoren beginnt, ihre Positionen abzubauen, zu »distributieren«.

3.Die Märkte diskontieren alles:

Die Preise spiegeln alle Informationen wieder, und zwar ab dem Moment, wo sie verfügbar sind. Seien es Nachrichten, Devisenkurse oder Rohstoffpreise, alles wird vom Markt sofort eingepreist.

4.Die Indizes müssen einander bestätigen:

In Bezug auf den Industrie- und den Eisenbahnindex war Dow davon überzeugt, dass kein wichtiges Signal zu Beginn eines Bullen- oder Bärenmarktes Gültigkeit besitzt, solange nicht beide Indizes dasselbe Signal geben und sich damit gegenseitig bestätigen.

5.Das Volumen muss den Trend bestätigen:

Dow sah das Volumen als sekundären, aber wichtigen Faktor bei der Bestätigung von Kauf- oder Verkaufssignalen. Vereinfacht ausgedrückt soll der Umsatz in Richtung des vorherrschenden Trends ansteigen. In einem Aufwärtstrend sollte das Volumen bei steigenden Kursen ansteigen und sich bei fallenden Kursen verringern. In einem Abwärtstrend sollte der Umsatz bei fallenden Kursen ansteigen und bei steigenden Kursen abnehmen.

6.Ein Trend besteht so lange, bis es definitive Signale gibt, dass er sich umgekehrt hat:

Die schwierigste Aufgabe der Trendfolger ist es, die Trendumkehrsignale zu erkennen und zu deuten. Dow hat sich ausschließlich auf Schlusskurse verlassen. Intraday-Verletzungen betrachtete Dow nicht als gültige Signale.

Was Charles Dow vor über 100 Jahren beobachtet hat, besitzt heute noch Gültigkeit. Wir werden im Verlauf des Buches noch darauf eingehen. Viele Technische Analysten und eine große Anzahl Bücher später »entdeckte« Steve Nison die Candlesticks in den 90ern des vergangenen Jahrhunderts für die westliche Welt. Heutzutage gehört die Analyse der Candlesticks zu den Standardmethoden der Technischen Analyse. (Steve Nison; Technische Analyse mit Candlesticks; erschienen im FinanzBuch Verlag.)

Die Begegnung zwischen Ost und West

Im Jahr 1984 trafen sich Mitglieder der Vereinigung der Technischen Analysten Japans (NTAA, Nippon Technical Analysts Association) und Amerikas (MTA, Market Technician Association) zu einer Konferenz. Als Ergebnis dieser Veranstaltung wurde die IFTA (International Federation of Technical Analysts) gegründet, in der auch die VTAD (Vereinigung Technischer Analysten Deutschlands e.V.) Mitglied ist. Die erste Jahreskonferenz der IFTA fand 1988 in Tokio statt, seither wird die Jahreskonferenz in regelmäßigem Wechsel von den Mitgliedsgesellschaften ausgerichtet. Dabei treffen sich die Technischen Analysten aus aller Welt zum Erfahrungsaustausch. Das nun vorliegende Buch ermöglicht es den deutschsprachigen Technischen Analysten, mehr über diese, in japanischen Handelsräumen sehr populäre, Indikatorentechnik zu erfahren.

Im Hinblick darauf, dass in der Ichimoku Kinko Hyo-Indikatorentechnik viele verschiedene Konzepte der Technischen Analyse Anwendung finden, die in der westlichen, technischen Analystenwelt erst viele Jahre später thematisiert wurden, werden Ihnen in den ersten Kapiteln des Buches Methoden, Konzepte und Indikatoren vorgestellt, die zum einen direkten Bezug zu Ichimoku haben, zum anderen aus Sicht der Autorin für eine korrekte Anwendung der Technischen Analyse wichtig sind.

In diesem Buch wird einiges rechts und links des Weges von Ichimoku geschrieben. Haben Sie Verständnis dafür, wenn »Ihr« Lieblingsindikator keine Erwähnung findet. Erst wenn ein Indikator oder eine Methode im vollen Umfang begriffen und verstanden wird, können sie auch korrekt angewendet und interpretiert werden. Insbesondere bei Indikatoren macht es deswegen auch Sinn, sich mit der Berechnungsweise oder mathematischen Formel auseinanderzusetzen. Aber keine Bange – Schulmathematik ist dafür ausreichend. Dieses Hintergrundwissen ist notwendig und wichtig für das Verständnis und den sicheren Umgang mit IKH, als da sind:

Beste Broker fur Binare Optionen 2020:
  • Binarium
    Binarium

    Der beste Broker fur binare Optionen fur 2020!
    Ideal fur Anfanger!
    Kostenloser Unterricht!

  • FinMax
    FinMax

    2 Platz in der Rangliste! Zuverlassiger Broker.

Like this post? Please share to your friends:
Online-Verdienst für binäre Optionen
Schreibe einen Kommentar

;-) :| :x :twisted: :smile: :shock: :sad: :roll: :razz: :oops: :o :mrgreen: :lol: :idea: :grin: :evil: :cry: :cool: :arrow: :???: :?: :!: