Trading-Tagebuch

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My Trading Journal – Wie erstelle ich ein Trading Tagebuch in Excel?

Oft wird neuen Tradern geraten, ein Trading-Tagebuch zu führen, um die eigene Disziplin zu trainieren und gleichzeitig den Erfolg oder Misserfolg der verfolgten Strategie zu analysieren. Klingt gut, aber wie funktioniert das eigentlich?

Wer im Internet nach Trading-Tagebüchern recherchiert, findet in der Regel eine von zwei Varianten. Entweder eine sehr personalisierte Version irgendeines Traders, der selbige in einem Forum hochgeladen hat oder ein kostenpflichtiges Excel-Addin. Wahlweise auch eine Mischung aus beidem. Was man hingegen nur selten findet, sind Anleitungen, wie man ein solches Trading-Tagebuch selbst erstellen kann, was wir nun mit diesem Artikel ein Stück weiter erläutern möchten.

Für viele ist Excel nur ein überdimensionierter Taschenrechner, in dem man ein paar Tabellen zusammenbasteln kann und sich die Arbeit spart, selber Summen zu bilden. Wir werden uns für diesen Guide allerdings mit einigen etwas komplexeren Funktionen von Excel beschäftigen um viele Auswertungen zu automatisieren.

Anmerkung: Im Text wird gelegentlich ein kurzer Einschub erfolgen, der eine bestimmte Funktion in Excel näher erklärt und deren praktischen Nutzen erläutert.

Trading-Tagebuch? Was ist das eigentlich?

Ein Trading-Tagebuch hilft dem Trader, seine Trades zu dokumentieren, zu analysieren, seine Stärken und Schwächen aufzudecken und sich selbst zu kontrollieren. Neben dem Informationsaspekt, den Trader über seine Gewinne oder Verluste auf dem neusten Stand zu halten, kann ein Trading-Tagebuch aber auch durchaus sinnvoll sein, um die eigene Disziplin zu trainieren. Je umfangreicher das Tool wird, desto mehr können Sie aus ihren Daten herausholen, natürlich nur unter der Voraussetzung, dass Sie alle Trades konsequent und ehrlich eintragen.

Wie sollte ein Trading-Tagebuch aufgebaut sein?

Das Herzstück der Datei sind logischerweise die Daten der Trades. Je nach Umfang der Datei und der Komplexität der Formeln, können spätere Anpassungen recht lästig werden. Daher ist es durchaus ratsam, sich vor Beginn der Arbeit gründlich zu überlegen, welche Daten erfasst und welche Zusatzinformationen pro Trade notiert werden sollen und was am Ende mit den Daten gemacht wird.

Der Grundsatz heißt hier immer Struktur. Die Daten müssen nach einem festen Schema erfasst werden, sodass Formeln möglichst vollständig automatisiert werden können, was nur bedeutet, dass man nicht pro Zeile irgendeinen Bezug per Hand anpassen muss.

Der Kern der Datei

Logischerweise kann man nichts auswerten, wenn nichts vorhanden ist. Daher ist der erste Schritt eine Tabelle, in der wir alle Trades erfassen. Für unser Beispiel nehmen wir die Standardangaben aus dem MetaTrader, sowie einige persönliche Notizen pro Trade.

Der Aufbau bleibt zunächst simpel. Wir vergeben fortlaufend eine eigene ID, beginnend ab 1. Dies lässt sich bequem per Formel realisieren, sodass hier keine Eingabe notwendig ist. Diese ID können wir später nutzen, um komplexere Suchformeln zu erstellen, sofern wir dies wünschen.

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Anmerkung: Die ID werden wir über eine Wenn-Bedingung automatisch berechnen. Wir ermitteln dabei nur, ob eine Ticket Nummer vorhanden ist und für den Fall das dem so ist, erhöhen wir die letzte ID um 1. Wenn dem nicht so ist, bleibt das Feld leer. So ergeben sich IDs automatisch, sobald man einen Trade einträgt.

=WENN(BEDINGUNG ; DANN ; SONST)

Die nächsten Spalten dienen nur der Erfassung der Trades, beginnend mit der eigentlichen Ticketnummer, gefolgt von den Tradedaten. Die letzten paar Spalten sind unsere persönlichen Kommentare zu dem jeweiligen Trade. Für dieses Beispiel erfassen wir hier, wie wir aus dem Markt ausgestiegen sind (SL, TP, Manuell), ob wir bei dem Trade all unsere Regeln eingehalten haben und eine kleine Notiz zu jedem Trade. Diese Notiz kann eigentlich alles beinhalten, zum Beispiel Gründe für Ein- oder Ausstieg oder eine eigene Analyse vom Trade (beispielsweise „Der Stop war zu groß / zu klein / wurde mehrfach verschoben und das war schlecht, weil…“).

Wer es etwas genauer möchte, kann hier die Notiz in mehrere Spalten aufteilen, wie beispielsweise:

  • „Signal für Einstieg“
  • „Grund für Ausstieg“
  • „Wurden Fehler gemacht?“
  • „Wenn ja, welche Fehler wurden gemacht und warum?“
  • „Eigene Analyse des Trades“
  • „Eigene Bewertung des Trades“

Alle Informationen die Sie notieren, können Sie später auswerten. Nehmen wir beispielsweise die Angabe „Eigene Regeln eingehalten?“. Pro Trade würden wir hier schlicht „Ja“ oder „Nein“ notieren.

Mit der Excel-Funktion ZÄHLENWENN könnten wir die Anzahl der Trades ermitteln, bei denen wir unsere eigenen Regeln gebrochen haben. Diese Zahl wiederum geteilt durch die Anzahl aller Trades liefert uns den Prozentwert der Trades, bei denen wir nicht Regelkonform gehandelt haben. Je größer diese Prozentzahl ist, desto mehr Handlungsbedarf besteht hier.

Anmerkung: ZÄHLENWENN ermöglicht es, einen Bereich nach einem bestimmten Wert zu durchsuchen und liefert als Ergebnis die Anzahl Treffer zurück.

=ZÄHLENWENN(BEREICH ; SUCHKRITERIUM)

Nehmen wir beispielsweise an, dabei würde herauskommen, dass wir bei 50 % der Trades unsere eigenen Regeln nicht einhalten, dürfte eines der größten Probleme wohl die Disziplin sein. Liegt der Wert hier jedoch bei 0 % und wir verlieren laufend Kapital, dann dürften die Regeln an sich eher das Problem sein.

Das Beispiel sei nur am Rande erwähnt, um aufzuzeigen, was man aus solchen Daten an Informationen gewinnen kann.

Zurück zum Guide:

Warum wurden die ersten Zeilen freigelassen? Weil wir später das Tabellenblatt ab der Kopfzeile fixieren. So können wir auch hunderte von Trades auflisten, ohne die Überschriften aus den Augen zu verlieren und gleichzeitig in den ersten Zeilen einige einfache Auswertungen errechnen, die immer sichtbar sind.

Anmerkung: Man kann ein Tabellenblatt auf drei Arten fixieren. Waagerecht, senkrecht oder in Kombination.

Zum fixieren geht man in Excel auf den Menüpunkt Ansicht -> Fenster fixieren.

Was dann fixiert wird, hängt davon ab, welche Zellen markiert sind.

  • Wenn eine Zeile markiert ist, wird das Blatt ab dieser Zeile nach unten scrollbar.
  • Wenn eine Spalte markiert ist, wird das Blatt ab dieser Spalte nach rechts scrollbar.
  • Wenn eine Zelle markiert ist, wird das Blatt links und oberhalb dieser Zelle fixiert.

Für unser Beispiel markieren wird Zeile 9 (die Zeile unter den Überschriften) indem wir links die 9 anklicken und fixieren dann.

Anschließend fügen wir oberhalb einige Auswertungen ein. Detailliertere Auswertungen werden aus Platzgründen eher auf ein neues Tabellenblatt ausgelagert.

Die Auswertungen erfolgen je nach Kennzahl mit unterschiedlichen Formeln.

Spalte C besteht aus einer Mischung aus ANZAHL2 und ZÄHLENWENN. Spalte G und J aus SUMMEWENN und M rein aus SUMME.

Anmerkung: Die Funktion ANZAHL gibt die Anzahl der Zellen zurück, die eine Zahl enthalten. Die Funktion ANZAHL2 gibt die Anzahl der Zellen zurück, die nicht leer sind. Wir zählen in unserem Fall die Anzahl der Trades anhand der Ticket ID. Sofern diese auch Buchstaben enthalten kann, ist hier ANZAHL2 die sichere Variante.

Die Funktion SUMMEWENN funktioniert ähnlich ZÄHLENWENN. Es wird ein Bereich auf ein Kriterium durchsucht, und alle Zeilen, in denen das Kriterium gefunden wird, werden aufsummiert.

In unserem Beispiel:

Die Summe aller Profit-Trades wäre als Bereich und Summenbereich Spalte O (Profit) und als Kriterium „>=0“. Als Resultat erhalten wir die Summe aller Profite, die größer oder gleich 0 sind, sprich alle Gewinner oder BreakEven-Trades.

Die Optik

Design ist Geschmackssache, kann aber durchaus nützlich sein. Abgesehen von verschiedenen Farbverläufen in einigen Zellen, die Überschriften von Werten abgrenzen sollen, kann man auch mit bedingten Formatierungen einige nette Effekte erzielen.

Markieren wir dazu den Bereich B9 bis O20 (der Bereich kann später erweitert werden). Nun gehen wir in Excel auf den Menüpunkt Start -> Bedingte Formatierungen -> Neue Regel

Die Regel stellen wir analog zu folgendem Bild ein.

Wir ermitteln die zu formatierenden Zellen per Formel.

Die Formel lautet dabei =UND($B9<>““;$O9 >= 0) ($-Zeichen beachten). Als Formatierung wählen wir unter Ausfüllen einen Grünton und bestätigen mit OK.

Anmerkung zu $-Zeichen in Excel: Durch ein $ vor der Spalte oder der Zeile kann selbige für die Formel fixiert werden. Fixieren wir die Spalte, so sind die Zeilen noch variabel. Alternativ können wir auch die Zeile fixieren und die Spalte variabel halten. Beides geht in Kombination.

In unserer Formel fixieren wir so die Spalten B und O, sodass immer die Ticket ID und der Profit überprüft wird, lassen aber die Zeile variable, sodass die Formel für jede Zeile neu ausgewertet werden kann.

Und was macht diese Formel eigentlich? Wir verknüpfen zwei Bedingungen mit UND, sodass nur Zeilen betroffen sind, die eine Ticket ID enthalten (B9 <> ““) und einen Profit größer oder gleich 0 haben (O9 >= 0).

Ohne die Bedingung der Ticket ID wären auch alle leeren Zeilen gleich 0, was wir aber nicht wollen.

Anmerkung

=UND(Bedingung 1 ; Bedingung 2 ; .. ; Bedingung X)

Die Formel ist nur wahr, wenn alle Bedingungen wahr sind. Die einzelnen Bedingungen werden per Semikolon getrennt.

Als Resultat werden nun alle Trades Grün hervorgehoben, die positiv verlaufen sind. Entsprechend können wir eine weitere Regel mit =“&B17;Trades!$C$9:$C$50000;“ = 42500 und =„&0;Trades!$C$9:$C$50000;“>=

„&B17;Trades!$C$9:$C$50000;“ =“&0; Bedingung: Profit >= 0 Trades!$C$9:$C$50000;“>=“&B17; Bedingung: Datum >= 10.05.16 Trades!$C$9:$C$50000;“ =

„&B17;Trades!$C$9:$C$50000;“ „“ = Wenn B17 nicht leer ist, dann soll die Formel, die wir bereits haben, berechnet werden, ansonsten soll das Feld leer bleiben.

Wir umrunden also die vorhanden Formeln nur mit =WENN(B17<>““; bisherige Formel ; „“)

Dies machen wir für alle Spalten in B17. Danach erfreuen wir uns an der Schönheit von durchdachten Formeln und kopieren diese für einige hundert Zeilen nach unten, was für ein paar Jahre langen sollte.

Achtung: Die Formel für das Datum erst ab B18 kopieren, da wir in B17 den Startwert ohne Formeln stehen haben.

Der letzte sichtbare Eintrag in der Liste entspricht dann dem Datum von Heute.

Nun erstellen wir ein Chart, das lediglich den Nettoprofit als Balken darstellt.

Auch hier gibt es wieder Probleme. Ein Diagramm hat in den Standardeinstellungen immer einen festen Datenbereich. Damit sich das Diagramm also von selbst erweitert, müssen wir diesen Datenbereich dynamisch machen, da ansonsten entweder zu Beginn schon etliche 100 leere Zeilen angezeigt werden, oder eben irgendwann das Ende des Datenbereichs erreicht ist. Beides erfordert Handarbeit, welche wir ja vermeiden wollen.

Die Lösung nennt sich Namensmanager. Ein praktisches Tool für alle Einträge, die irgendwie variabel gehalten werden müssen.

Zu finden ist dieser im Menü unter Formeln -> Namensmanager. Dort legen wir einen neuen Namen an, mit folgender Formel:

=BEREICH.VERSCHIEBEN(Tagesbilanz!$B$17;0;0;ANZAHL(Tagesbilanz!$B$17:$B$50000);1)

Die Formel scheint erstmal komplex, ist aber eigentlich auch kein Hexenwerk.

=BEREICH.VERSCHIEBEN(BEZUG ; ZEILEN ; SPALTEN ; [HÖHE] ; [BREITE])

Die erste Angabe ist der Anfang unseres Bereichs (B17). Die nächsten zwei Parameter bleiben 0, da wir den Bereich nicht verschieben wollen. Die Höhe des Bereichs ermitteln wir anhand der Anzahl von befüllten Feldern. Wir erweitern also den Bereich um die Anzahl an Tagen, die bereits sichtbar sind. Als letzten Parameter setzen wir eine 1, da wir nur eine Spalte haben wollen.

Der Namensmanager berechnet diese Formel dann automatisch und liefert unserem Diagramm immer den genauen Bereich an Daten, die wir haben. =B17:B“letzter Eintrag“

Wir legen nun analog dazu auch einen Namen für den Nettogewinn an. Die Formel bleibt an sich gleich, nur der Spaltenbezug ändert sich von B auf F.

Nun passen wir im Diagramm den Datenbereich an. Als Reihenwerte setzen wir folgende Formel:

=TradingDiary.xlsx!TagesbilanzBereichNetto

Das Diagramm benötigt die Angabe des Dateinamens gefolgt von einem Ausrufezeichen und dem Namen aus dem Namensmanager. Analog dazu passen wir die Achsenbeschriftungen ebenfalls an.

=TradingDiary.xlsx!TagesbilanzBereichDatum

Diese zwei Namen werden nun für automatisch aktualisiert, sodass sich das gesamte Blatt automatisch an alle eingetragenen Trades anpasst. Als Alternative zum Nettogewinn pro Tag kann man auch die Bilanz errechnen und diese dann graphisch darstellen, ebenfalls über den Namensmanager automatisiert (Bereich in der Formal auf G ändern).

So erhält man eine Verlaufskurve, die sich täglich aktualisiert.

Als Idee zum Spielen:

Erfassen Sie im Trading-Tagebuch separat irgendwo Ein- und Auszahlungen mit Angabe von Datum und erweitern Sie die Tabelle dann um diese Information. Danach kann man auch diese Informationen in das Chart einfließen lassen, sodass man eine Übersicht über den Bilanzverlauf hat, mit Angaben von Ein- und Auszahlungen.

Als Alternative zum Eröffnungsdatum kann man genauso gut das Datum für die Filter nehmen, an dem man den Trade geschlossen hat. Welches Datum Sie nehmen, ist eigentlich egal, solange es einheitlich bleibt. Sie ordnen damit Gewinn und Verlust eines Trades entweder dem Tag zu, an dem Sie den Trade eröffnet haben, oder dem Tag, an dem Sie den Trade geschlossen haben. Was davon Sie bevorzugen, bleibt Ihnen überlassen.

Kennzahlen für Trades berechnen

Nun möchten wir in unserem Trading-Tagebuch pro Trade einige Kennzahlen berechnen. Für dieses Beispiel übernehmen wir schlichtweg nacheinander alle IDs aus der Liste der Trades. Danach ermitteln wir die dazugehörigen Werte per SVERWEIS und nutzen diese in Formeln um einige Zahlen zu berechnen.

Die ID holen wir einfach per Formel =Trades!A9 und kopieren diese nach unten.

In Spalte C setzen wir einige Informationen zu einem Satz zusammen. Dazu verknüpfen wir die einzelnen SVERWEISE einfach mit &.

=WENN(A2<>““;SVERWEIS(A2;Trades!$A$9:$T$50000;5;FALSCH)&“ x „&SVERWEIS(A2;Trades!$A$9:$T$50000;6;FALSCH)&“ „&SVERWEIS(A2;Trades!$A$9:$T$50000;4;FALSCH)&“ @ „&SVERWEIS(A2;Trades!$A$9:$T$50000;7;FALSCH);““)

Wir fragen per SVERWEIS nach vier verschiedenen Spalten mit der ID aus A2 und verknüpfen jedes Ergebnis mit &“ TEXT “&, sodass daraus ein Satz entsteht.

SIZE x ITEM TYP @ PRICE

Alle Formeln wieder umrundet mit einer Abfrage, ob wir eine ID haben. Falls dem nicht so ist, bleibt das Feld einfach leer.

Wer etwas genauer hinsieht, stellt fest, dass hier alle SVERWEISE im Grunde gleich sind, abgesehen von dem Spaltenindex, der zurückgegeben wird.

Risk und Reward berechnen wir anhand des Open Price und dem SL bzw. TP.

=WENN(A2<>““;ABS(SVERWEIS(A2;Trades!$A$9:$T$50000;7;FALSCH)-SVERWEIS(A2;Trades!$A$9:$T$50000;8;FALSCH));““)

Die Formel etwas vereinfacht wäre ABS(TP-OPEN) bzw. ABS(SL-OPEN).

ABS liefert in Excel den Absolutwert, auch Betrag genannt zurück. Wir nutzen dies, um uns die Unterscheidung der Reihenfolge bei Long und Short zu sparen (Was ziehen wir wovon ab?), da uns letztendlich sowieso nur die Differenz der beiden Zahlen interessiert.

Danach ermitteln wir noch das Verhältnis zwischen Risk und Reward.

Auch hier schachteln sich wieder die Formeln, um die gewünschten Effekte zu erzielen, daher eine kurze Aufschlüsselung der Formel. Die erste Wenn-Bedingung fragt wieder ab, ob eine ID vorhanden ist. Die zweite Wenn-Bedingung prüft, ob wir als Wert für Risk nicht 0 haben, da wir durch 0 nicht teilen können. Wenn beides OK ist, bauen wir einen Text zusammen nach dem Schema 1 : (Reward / Risk), wobei wir dieses Ergebnis noch auf 2 Stellen runden.

Schließlich berechnen wir noch die Haltedauer des Trades, wobei uns hier die Angaben zur Uhrzeit zu Nutze werden.

=WENN(A2<>““;WENN(UND(SVERWEIS(A2;Trades!$A$9:$T$50000;10;FALSCH)<>““;SVERWEIS(A2;Trades!$A$9:$T$50000;3;FALSCH)<>““);SVERWEIS(A2;Trades!$A$9:$T$50000;10;FALSCH)-SVERWEIS(A2;Trades!$A$9:$T$50000;3;FALSCH);““);““)

Wie sie mittlerweile bemerkt haben dürften, werden die Formeln immer unübersichtlicher, weswegen es wichtig ist, dass Sie die einzelnen Funktionen an sich verstehen, um bei solchen Formeln noch durchzublicken, was denn eigentlich dort passiert.

Neben der üblichen ID Abfrage in der ersten Bedingung, fragt die zweite Bedingung die beiden Werte für Eröffnungs- und Schließungsdatum ab und prüft ob beide einen Wert enthalten. Sollte ein Trade noch offen sein, wird nichts berechnet, wobei man auch hier noch eleganter sein könnte.

Nur wenn beide Werte vorhanden sind, subtrahieren wir den Zeitpunkt der Eröffnung vom Zeitpunkt der Schließung. Nun Formatieren wir das Feld in Excel als Zeit und erhalten die gewünschte Information.

Auswertung nach Handelssymbol

Die meisten Trader werden speziell bei Währungspaaren einige Favoriten haben, welche sie bevorzugt handeln. Aber welches Paar ist eigentlich das lukrativste? Hierfür würde sich eine Auswertung der einzelnen Handelsinstrumente für unser Trading-Tagebuch eignen, doch wie berechnet man sowas ohne viel Eigenarbeit?

Wir nutzen hier schon größtenteils die Funktionen, die wir in den vorhergehenden Beispielen genutzt haben. Die Anzahl der Trades über ZÄHLENWENNS, Profit und Verlust über SUMMEWENNS, sowie Netto und Durchschnitt über einfache Formeln mit den Ergebnissen.

Das Chart an sich kann sich wieder per Namensmanager steuern lassen. Was jetzt noch Handarbeit erfordert, ist die Liste mit Symbolen, die wir gehandelt haben. Für dieses Problem gibt es mehrere Lösungen, wobei keine wirklich schön ist.

Die einfachste Variante wäre logischerweise, die Liste einfach entsprechend per Hand zu erweitern, sobald ein weiteres Handelsinstrument hinzukommt. Bedeutet Arbeit, wird gelegentlich vergessen und ist bei steigender Anzahl an Möglichkeiten auch recht fehleranfällig, wird daher einstimmig abgelehnt.

Die zweite Variante ist rein formelbasiert, erfordert aber etliche Hilfsspalten und Formeln, die kein Normalsterblicher auf Anhieb begreifen würde.

Bleibt also Variante drei, ein Makro, dass die Liste auf Knopfdruck erstellt.

Anmerkung: Um Makros zu erstellen, benötigen Sie die Entwicklertools. Diese sind standardmäßig ausgeblendet. Um Sie zu aktivieren gehen Sie im Menü auf Datei -> Optionen -> Menüband anpassen und blenden dort die Entwicklertools ein. Danach haben Sie unter anderem Zugriff auf Visual Basic.

Der Code soll hier nicht groß erläutert werden, jedoch müssen ein paar Anmerkungen gemacht werden, sofern Sie die Datei geringfügig anders aufbauen.

Folgender Code liefert uns das gewünschte Ergebnis:

Public Sub ListeFiltern()
ActiveWorkbook.Sheets(„AuswertungHandelssymbol“).Range(„B18:B5000“).ClearContents
Set TargetRange = Sheets(„AuswertungHandelssymbol“).Range(„B18“)
Set TradeRange = Sheets(„Trades“).Range(„F9:F50000“)

If Application.WorksheetFunction.CountA(TradeRange) > 0 Then
Dim ListArray As Variant
Dim TradeDic As Object
Dim Counter As Long
ListArray = TradeRange
Set TradeDic = CreateObject(„Scripting.Dictionary“)
For Counter = 1 To UBound(ListArray)
TradeDic(ListArray(Counter, 1)) = 0
Next
TargetRange.Resize(TradeDic.Count) = WorksheetFunction.Transpose(TradeDic.Keys)
End If
End Sub

Ohne auf die Funktion des Codes näher einzugehen, gibt es drei Zeilen, die gewisse Anpassungen benötigen, sofern Sie die Datei anders aufbauen.

ActiveWorkbook.Sheets(„AuswertungHandelssymbol“).Range(„B18:B5000“).ClearContents

Diese Zeile löscht die bisherige Symbolliste, um Platz für eine neue zu schaffen und Fehler durch falsche Einträge zu vermeiden.

Set TargetRange = Sheets(„AuswertungHandelssymbol“).Range(„B18“)

Diese Zeile liegt das Ziel fest, ab dem die Liste ausgegeben werden soll. In unserem Fall B18, weil dort der erste Eintrag stehen soll.

Set TradeRange = Sheets(„Trades“).Range(„F9:F50000“)

Die letzte Zeile legt den Bereich fest, in dem die Symbole in unserer Tradeliste stehen. In unserem fall also Spalte F von 9 bis irgendwo weit unten. Der Rest vom Code geht dann diese Zeilen durch, sucht die Unikate und gibt sie auf der anderen Seite wieder aus. Wenn also entweder die Tradeliste oder die Auswertungsseite anders aufgebaut ist, müssen diese drei Zeilen entsprechend angepasst werden.

Nun feilen wir noch ein wenig an der Optik.

Zunächst erstellen wir über das Menü -> Einfügen -> Formen einen Button. Suchen Sie sich dazu irgendeine Form aus und formatieren Sie diese wie Sie wollen.

Danach machen wir auf die Form einen Rechtsklick -> Makro hinzufügen -> ListeFiltern.

Der Knopf führt dann per Klick das Makro aus und die Symbolliste wird aktualisiert.

Für die Optik erweitern wir die restlichen Formeln wie immer mit Wenn-Bedingungen, damit Sie nur etwas anzeigen, wenn auch ein Symbol vorhanden ist. Teilweise kommen der Namensmanager und einige Makros nicht ganz miteinander klar, speziell wenn das Makro Daten löscht. Daher müssen wir den Namensmanager hier etwas erweitern.

Zunächst ermitteln wir die Anzahl der Symbole per Formel und geben diesen Wert im Tabellenblatt aus.

Danach erweitern wir die Formeln im Namensmanager um eine Wenn-Bedingung, damit der Bereich nur berechnet wird, wenn mindestens ein Symbol in der Liste steht. Ansonsten wird es zu Fehlermeldungen kommen, sobald das Makro gestartet wird, wobei das Chart dann nichts mehr anzeigt.

Namensmanager:

=WENN(AuswertungHandelssymbol!$C$2>0;BEREICH.VERSCHIEBEN(AuswertungHandelssymbol!$B$18;0;0;ANZAHL2

(AuswertungHandelssymbol!$B$18:$B$50000);1);0)

Alles in allem haben wir auch hier eine fast automatisch generierte Auswertung. Einzig und allein ein Knopfdruck ist nötig, der Rest wird wieder über Formeln ermittelt.

Makros vs. Formeln

Für gewöhnlich langen Formeln aus, um die entsprechenden Ansichten und Berechnungen zu ermöglichen. In einigen Fällen ist der Griff zu Makros allerdings aus mehreren Gründen sinnvoll.

Zum einen kann es vorkommen, dass es einfach keine formelbasierte Lösung gibt oder diese zumindest so komplex ist, dass es völlig unübersichtlich wird. Zum anderen gibt es Fragestellungen, die sich nur über mehrere Matrixformeln lösen lassen. Um dann noch möglichst flexibel in der Menge der Daten zu bleiben, müssen die Bereiche entsprechend groß angelegt werden. Matrixformeln erlauben es zu einem gewissen Grad, innerhalb von Formeln noch separate Berechnungen durchzuführen.

Nehmen wir ein praktisches Beispiel.

Wir haben unsere Liste voller Trades (1000+ Einträge) und möchten nun eine Seite erstellen, in der wir einige Filter setzen können, um dann als Resultat nur noch die Trades angezeigt bekommen, die dem Filter entsprechen.

Zum Beispiel: Nur EURUSD mit einem Profit > 100 und einer Haltedauer Formeln -> Berechnungsoptionen ), was bedeutet, dass bei jeder Änderung alle Formeln berechnet werden. Je umfangreicher die Datei, desto mehr Berechnungen sind notwendig und desto langsamer wird Excel.

Eine VBA-Lösung würde die Berechnungen nur auf Knopfdruck ausführen und die Zellen mit reinem Text befüllen. Damit wird Excel allerhöchstens während der Laufzeit der Makros etwas verlangsamt, läuft aber ansonsten flüssig. Außerdem lassen sich mit Makros wesentlich komplexere Berechnungen in Schleifen durchlaufen, was in den meisten Fällen auch noch schneller programmiert ist, als die entsprechenden Formeln zusammenzusetzen.

Trading-Tagebuch in Excel!

Sie haben nun einige Möglichkeiten kennengelernt, wie man Daten in einem Trading-Tagebuch verwerten kann. Richtig aufgebaut, läuft diese Auswertung danach größtenteils von selbst, sodass man keinerlei Arbeit hat, außer täglich seine Trades einzutragen. Die Erstellung mag zwar aufwendig sein, ist aber in den meisten Fällen eine Arbeit, die man nur einmal erledigt (und gelegentlich erweitert) und danach dauerhaft nutzen kann.

Wenn Sie also Spaß am Basteln haben, ist solch ein Projekt garantiert eine sinnvolle Investition, zumal Sie am Ende der Arbeit eine Datei haben, die genau das macht, was Sie erwarten. Nicht mehr und nicht weniger, wie es bei den meisten fertigen Lösungen der Fall ist.

Das Herzstück solcher Dateien sind immer die Daten. Je mehr Sie zu einem Trade erfassen, desto mehr können Sie auch mit den Daten machen. Sie kennen nun einige Möglichkeiten, wie Sie die Daten von A nach B bekommen, wie Sie gezielt nach Daten suchen und wie Sie diese in Formeln verwenden können. Mit etwas Bastelarbeit und ein wenig Design lassen sich daraus maßgeschneiderte Tools entwickeln, die Ihnen den Trading-Alltag erleichtern können. Mit den hier vorgestellten Funktionen lassen sich etliche Auswertungen erledigen, sodass das Resultat Ihrer Arbeit nur noch von der eigenen Kreativität abhängt.

Sofern Sie über die nötigen VBA-Kenntnisse verfügen, lässt sich das Ganze noch auf eine weitaus flexiblere Ebene katapultieren.

Als kleiner Tipp zur Einarbeitung in VBA:

In den Entwicklertools gibt es die Funktion „Makro aufzeichnen“. Wenn Sie diese Option aktivieren, wird jeder Mausklick und jede Eingabe, die Sie in der Datei machen, aufgezeichnet. Sobald Sie die Aufnahme beenden, können Sie das Makro in Codeform im Editor einsehen und somit nachvollziehen welche Aktion in Excel welchem Code entspricht. Das erleichtert es Ihnen ungemein, gewisse Funktionen in Code zu verwandeln und zu verstehen, was hinter dem Code steckt.

Wir wünschen viel Spaß und Erfolg beim Basteln!

Tradingtagebuch – Wenn Sie wirklich vorwärts kommen wollen!

Rein objektiv betrachtet ist Trading ein simples Geschäft. Um an der Börse Geld zu verdienen, müssen Trader lediglich eine erfolgreiche Strategie diszipliniert umsetzen. Was sich in der Theorie jedoch einfach anhört, wird praktisch zu einer der größten Herausforderungen.

  • Rene Berteit
  • Technischer Analyst und Tradingcoach
  • Rene Berteit auf Guidants folgen

Rein objektiv betrachtet ist Trading ein simples Geschäft. Um an der Börse Geld zu verdienen, müssen Trader lediglich eine erfolgreiche Strategie diszipliniert umsetzen. Was sich in der Theorie jedoch einfach anhört, wird praktisch zu einer der größten Herausforderungen, denen man sich stellen kann. Dies belegen inoffizielle Schätzungen, denen zufolge lediglich fünf bis zehn Prozent der Trader langfristig erfolgreich sind. Da stellt sich die Frage, warum dies so ist und vor allem, wie man selbst zu den Gewinnern am Markt zählen kann?

Das Kernproblem liegt nicht unbedingt darin, eine erfolgreiche Taktik zu entwickeln, sondern eine, der Sie selbst auch diszipliniert folgen können.

Jeder Trader ist anders, hat andere Stärken und Schwächen und aus diesem Grund muss jeder Trader auch seine ganz individuelle Tradingstrategie entwickeln, bei der er seine Stärken und Schwächen optimal einsetzen kann. Seine ganz persönliche Tradingstrategie zu entwickeln, ist jedoch ein zeitlich anhaltender Prozess, in dem der Trader Lernschleifen aus Traden, Feedback, Optimierung und neuerlicher praktischer Umsetzung durchläuft (Abb.1). Wie in vielen anderen Performancebereichen unseres Lebens auch, ist hierbei nicht unbedingt die Quantität, sondern die Qualität des Lernprozesses entscheidend. Ein wichtiges Hilfsmittel auf dem Weg zum erfolgreichen Trader, ist dabei das Tradingtagebuch (Achtung: Download weiter unten möglich!)

Mit Hilfe des Tradingtagebuchs versuchen wir unser Handeln gezielt voranzutreiben. Vor diesem Hintergrund stellt sich natürlich die Frage, wie ein Tradingtagebuch auszusehen hat und was alles in ein solches gehört. Die Antwort ist wie so oft, eindeutig mehrdeutig. Natürlich scheint es auf den ersten Blick sinnvoll, so viele Informationen wie möglich im Tradingtagebuch aufzunehmen, denn so kann später eine umfassende Analyse und darauf aufbauende Optimierung betrieben werden. Mit zunehmender Quantität steigt jedoch auch der Arbeitsaufwand und die Übersichtlichkeit leidet, so dass das Führen eines Tradingtagebuch schnell zur Qual wird. Die Gefahr ist an diesem Punkt entsprechend groß, ganz auf diese unliebsame Arbeit zu verzichten. Ohne Tradingtagebuch beraubt sich der Trader jedoch eines wichtigen Instruments, um sein Trading reflektieren zu können und auf Basis dessen Optimierungen vorzunehmen.

Reine Quantität bringt uns an dieser Stelle also nicht weiter. Stattdessen ist es sinnvoll, das eigene Trading zu zerlegen. Soll uns das Tradingtagebuch helfen, unser Trading gezielt zu verbessern, so ist klar, dass die Inhalte eines Tagebuchs in starkem Maße vom eigenen Entwicklungsstand als Trader und seinen nächsten Teilzielen abhängen werden. Ein Tradinganfänger wird sein Hauptaugenmerk wahrscheinlich eher auf die Entwicklung einer profitablen Strategie legen und so in seinem Tradingtagebuch sehr marktspezifische Aspekte anführen, anhand der er später in der Lage ist, seine Ein- und Ausstiege zu optimieren. Ein fortgeschrittener Trader hingegen wird zunehmend auch psychologische Aspekte innerhalb des Tradingtagebuchs aufgreifen.

Diese Individualität der Inhalte setzt sich auch bei der Art und Weise fort, wie das Tradingtagebuch geführt wird. Viele Trader sind der Meinung, dass allein das Schreiben eines Tradingtagebuchs zum Erfolg führt. Dies ist natürlich mitnichten der Fall. Ein Tradingtagebuch zu schreiben ist wichtig, viel wichtiger ist jedoch, dieses auch auszuwerten und aus jedem Trade seine Lehren zu ziehen. Deshalb sollte das Schreiben des Tagebuchs Spaß machen und Informationen so effektiv wie möglich aufnehmen und für eine spätere Auswertung bereitstellen.

Excel bietet hierbei eine gute Basis, die mit grafischen Elementen wie Charts oder Videomitschnitten garniert werden kann. Achten Sie dabei auf eine möglichst kurze und prägnante Informationsverarbeitung. Lange Romane zu jedem Tradingtag zu schreiben, kostet nicht nur unendlich viel Zeit, sondern erschwert später auch die Auswertung. Einfacher wird es mit Abkürzungen und Symbolen, nach denen später bei der Auswertung in Excel sehr einfach gefiltert werden kann.

Lassen Sie uns nach diesen allgemeinen Ausführungen einen konkreten Blick auf interessante Inhalte des Tradingtagebuchs werfen.

Wie eingangs schon beschrieben, lassen sich diese grob in zwei Kategorien unterteilen. Bei den strategiebezogenen Inhalten ist es sinnvoll alle durchgeführten Trades mit den entsprechenden Ein-/Ausstiegssignalen und –preisen, sowie den Anfangsstopps mitzuschreiben. So könnten Sie später beispielsweise Ihre Tradinghistorie gezielt nach Setup A oder Setup B filtern und schauen, welche der beiden Setups profitabler war. Darüber hinaus können Größen wie die Maximum Adverse Excursion (MAE) und Maximum Forward Excursion (MFE) bei der Optimierung von Stopptaktiken und Kurszielen sinnvoll sein. Die MAE gibt an, wie tief die Position nach Ihrem Einstieg maximal im Verlust stand, während die MFE den maximalen zwischenzeitlichen Gewinnbetrag ausgibt, der bis zu Ihrem Ausstieg möglich war.

Stellen Sie beispielsweise aufgrund Ihrer Tradingaufzeichnungen fest, dass nahezu alle Ihre Gewinner zwischenzeitlich nie mehr als 100 Euro im Minus standen, während Verlusttrades diese Grenze meist überschritten, wäre es eine Überlegung wert, in diesem Bereich seinen Anfangsstopploss zu platzieren. Analog ließe sich mit dem MFE eine Kurszieloptimierung vornehmen. Stellen Sie bei der Auswertung dieser fest, dass viele Ihrer Trades zwischenzeitlich 300 Euro im Gewinn lagen, Sie aber aufgrund Ihres Trailingstopps meist lediglich 200 Euro Gewinn realisierten, könnte Sie auf ein 300-Euro-Gewinnziel umstellen.

Sofern Sie all Ihre Trades in Ihrem Excel-Tradingtagebuch aufgenommen haben, ist es relativ leicht, aus diesen Daten heraus wichtige Kennzahlen der eigenen Strategie wie Trefferquote, Profit und Profitfaktor zu errechnen. Dies hilft Ihnen, die grundlegenden Rahmenbedingungen Ihres Tradings im Auge zu behalten. Dabei unterstützen viele Broker mittlerweile die Trader aktiv, in dem es möglich ist, die Tradingdaten aus der Plattform heraus zu exportieren und in Excel oder anderen Tools zu übernehmen.

Im Rahmen der strategiebezogenen Aspekte geht es jedoch nicht nur um die Auswertung der bisherigen Trades, sondern auch darum, interessante Auffälligkeiten im Markt festzuhalten, mit denen die Taktik verbessert werden könnte. Wichtig gerade bei diesem Punkt ist, nicht in Aktionismus zu verfallen. Nur weil Ihnen heute während des Handelstages (der Handelswoche…) aufgefallen ist, dass Ihre Signale besser funktioniert hätten, wenn Sie neben den bisherigen Regeln auch noch auf das Volumen geschaut hätten, sollten Sie diese Idee nicht gleich morgen direkt Live umsetzen. Ein schöner Tag macht bekanntlich noch keinen Sommer, aber taucht dieser Hinweis in Ihrem Tradingtagebuch öfter auf, könnte es sich lohnen, diesen Punkt näher zu untersuchen (Backtest). Neben dem Notieren von Auffälligkeiten im weitesten Sinne, können Sie in Ihr Tradingtagebuch natürlich auch mit aufnehmen, was heute (die Woche, den Monat…) gut geklappt hat und was nicht.

Den zweiten großen Teilbereich innerhalb des Tradingtagebuchs bilden psychologische Aspekte.

Wie haben Sie sich bei einzelnen Trades gefühlt? Waren Sie ängstlich, gierig oder gelassen? Waren Sie allgemein innerhalb Ihrer Komfortzone? Haben Sie Ihre Trades wie geplant abgespult und wenn nicht, was war die Ursache? Die Auswertung dieser Aspekte wird Ihnen helfen, Ihr Trading weiter in Richtung Erfolg zu bewegen. So kann ein gut geführtes Tradingtagebuch schnell aufzeigen, dass Sie beispielsweise nach zwei oder drei Verlusten in Folge ängstlich wurden und dann eine Overtrading-Spirale einsetzte, mit denen Sie Ihre Verluste weiter ausgebaut anstatt wie geplant, verkleinert haben. Sind die Probleme bekannt, kann sich der Trader daran machen, nach Lösungen zu suchen. Achten Sie aber auch in diesem Zusammenhang auf eine möglichst prägnante und leicht auswertbare Art und Weise der gesammelten Information. Arbeiten Sie beispielsweise mit einfachen Abkürzungen wie A für Angst, G für Gier oder H für Hoffnung. Die beliebten Smileys stellen ebenfalls nicht nur kurz und prägnant Information bereit, sondern bringen auch optisch eine kleine Auflockerung in Ihr Tagebuch.

Die folgenden Beispiele sollen Ihnen abschließend einen kleinen Eindruck für die Gestaltung des Tradingtagebuchs geben. Abbildung 2 zeigt den typischen Aufbau einer Excel Tabelle mit den Rohdaten und den anschließenden Auswertungen im Bereich der Arbeitsblätter „Performance“, „Kennzahlen“, „MAE“ und „MFE“.

Tradingplattformen wie NinjaTrader (Abb.3) hingegen arbeiten die Trades automatisch auf und stellen so ein vor allem strategiebezogenes Tradingtagebuch zur Verfügung.

Dieses kann natürlich durch separate Charts und ähnliches weiter ausgebaut werden (Abb.4).

Lassen Sie sich von dieser Vielfalt jedoch nicht verwirren, sondern behalten Sie das Wesentliche im Auge. Das Tradingtagebuch soll Ihnen helfen, Ihr Trading gezielt voranzutreiben und Informationen so effektiv wie möglich aufnehmen und eine effiziente Auswertung ermöglichen. Richtig ist, was Ihnen hilft, Ihr nächstes (Teil-)Ziel zu erreichen.

Fazit: Nichts dürfte deprimierender sein, als nach Wochen, Monaten oder gar Jahren des Tradings festzustellen, dass es nicht so gelaufen ist, wie Sie es sich gewünscht haben, Sie aber noch nicht einmal wissen, warum es so gelaufen ist und wo Sie ansetzen können, um sich zu verbessern. Hierbei spielt das Tradingtagebuch eine entscheidende Rolle. Dieses hilft dem Trader, gezielt an der Verbesserung seines Handels zu arbeiten und das sowohl auf der technischen als auch emotionalen Ebene.

Möglichkeiten, sein eigenes Tradingtagebuch zu gestalten, gibt es viele und wie so oft im Trading, gibt es, abgesehen von allgemeinen Hinweisen auch beim Führen des Tagebuchs keinen Königsweg. Vielmehr ist der eigene Entwicklungsstand als Trader genauso maßgeblich, wie die eigenen Vorlieben, als auch die Möglichkeiten, die uns von externer Seite wie dem Broker geboten werden. Behält der Trader sein nächstes Ziel aber fest im Auge, sind die notwendigen Inhalte für ein funktionierendes Tradingtagebuch schnell gefunden. Diese traderspezifischen Inhalte sollten effizient aufgezeichnet werden, um so die spätere Auswertung zu erleichtern. Excel bietet hierfür eine gute Ausgangsbasis und die Stunden, die es braucht, um sich in Excel einzuarbeiten, dürften sich am langen Ende auszahlen. Ausführliche Webinare und konkrete Vorlagen für ein Tradingtagebuch finden Sie beispielsweise im von mir betreuten Ausbildungspaket bei GomodeTrader.de.

Viel Erfolg wünscht Ihnen, Ihr

Ein Tradingtagebuch zu führen und vor allen Dingen auch auszuwerten, ist Gold wert. Schließlich kann sich nur der verbessern, der sich auch kontrolliert. Leider ist ein Tradingtagebuch auch immer eine individuelle Angelegenheit, schließlich hat jeder Trader seine ganz „eigenen Baustellen“, Präferenzen und Ansichten. Ein Einheitstagebuch für Jedermann gibt es nicht, aber wie ein solches aussehen kann, zeigt unsere Vorlage. Nutzen Sie diese als Basis und haben Sie keine Scheu, diese Ihren Wünschen und Zielen entsprechend anzupassen, so dass sich für Sie ein höchst effektives Werkzeug im Trading ergibt. Was uns an dieser Stelle nur noch bleibt, ist Ihnen eine kleine Beschreibung für diese Vorlage zu liefern, um Ihnen den Einstieg zu erleichtern (grundlegende Excel-Kenntnisse sollten trotzdem vorhanden sein):

TRADINGTAGEBUCH HERUNTERLADEN

Inhaltlich dürfte dieser Bereich selbsterklärend sein. Dieses „Tagebuch“ kann als grundlegende Zusammenfassung Ihres Handels über einen bestimmten Zeitraum (Tag, Woche, Monat…) gewertet werden. Gleichzeitig aber dient es auch als „Laufzettel“ während des Tradings, als kleine Checkliste sozusagen. Sie können dieses als PDF weiterführen oder aber auch ausdrucken und zu einem echten Büchlein wachsen lassen.

Während es sich im „Tagebuch“ um grundlegende Dinge dreht, können Sie dieses Blatt als Laufzettel für einzelne Trades verwenden. Auch hier empfiehlt es sich, diese eher auszudrucken und daraus ein kleines reales Büchlein entstehen zu lassen. Dieses können Sie später nach Signalen, erfolgreichen oder nicht erfolgreichen Trades etc. ordnen. Daraus wiederum lassen sich Strukturen in Ihrem Trading erkennen, welche wiederum zur Verbesserung Ihrer Performance genutzt werden können. Gleichzeitig ist dieser Laufzettel die Basis für die spätere Datenerfassung in Excel. Während des Trades tracken Sie auf dem Laufzettel die entscheidenden Punkte mit, ist der Trade abgeschlossen, wandert dieser in die Datenerfassung.

3. Tabellenblatt Datenerfassung

Die Namensgebung dieses Tabellenblatts sollte selbsterklärend sein. Hier tragen Sie Ihre abgeschlossenen Trades ein, wobei Sie die Rahmendaten dieser aus Ihren Laufzetteln und / oder Ihren Brokerabrechnungen erhalten. Die Datenerfassung ist in 3 Bereiche unterteilt. Der erste Bereich dient der Tradeerfassung (dunkelgrau), der zweite Bereich als Notiz (hellgrau). Exemplarisch sind hier Punkte zur Strategie vermerkt, die einfach mit ja / nein beantwortet werden. Nach diesen Punkten kann später die Tabelle sortiert werden. Natürlich können Sie die jeweiligen Spaltenbezeichnungen durch Ihre Muster & Setups überschreiben. So ließe sich in diesem Bereich bspw. auch ein Link zu einer Grafik einbauen, wobei diese genau dem Trade entspricht. Der dritte Bereich (gelb) macht kleinere Berechnungen und sollte nicht ohne weiteres geändert/ überschrieben werden.

4. Tabellenblatt Strategieauswertung

Hier werden ausgehend von Ihren in der Datenerfassung eingetragenen Trades einige statistische Kennzahlen ermittelt. Diese klassischen Kennzahlen können Sie zur grundlegenden Steuerung Ihres Tradings nutzen. Wer bspw. zwar häufig trifft, aber zu kleine durchschnittliche Gewinne gegenüber den durchschnittlichen Verlusten erzielt, könnte mit seiner Performance ins Minus rutschen. Diese Erkenntnis hilft, mögliche Lösungen zu suchen. Im Beispielfall könnte man versuchen, die Gewinne länger laufen zu lassen oder die Verluste früher zu cutten. Gleichzeitig wird die Performancekurve angezeigt. (PS: bei der Performancekurve ist der umfassende Datenbereich sukzessive mit auflaufenden Trades zu erweitern / einzugrenzen).

5. Tabellenblatt Links

Sie haben interessante Webseiten mit für Sie spannenden Themen gefunden, die Sie noch durcharbeiten wollen oder auf Basis dessen Sie bereits wichtige Entscheidungen getroffen haben. Dann tragen Sie diese hier ein, um alle für Ihr Trading wichtigen Infos an einem Ort zu haben.

Wenn Sie weiterführende Informationen möchten, lege ich Ihnen mein Video zum Tradingtagebuch (kostenpflichtig) nahe. Dieses ist innerhalb unserer Videoreihe „Erfolgreich Traden von A – Z“ entstanden.

Tradingtagebuch – Wenn Sie wirklich vorwärts kommen wollen!

Rein objektiv betrachtet ist Trading ein simples Geschäft. Um an der Börse Geld zu verdienen, müssen Trader lediglich eine erfolgreiche Strategie diszipliniert umsetzen. Was sich in der Theorie jedoch einfach anhört, wird praktisch zu einer der größten Herausforderungen.

  • Rene Berteit
  • Technischer Analyst und Tradingcoach
  • Rene Berteit auf Guidants folgen

Rein objektiv betrachtet ist Trading ein simples Geschäft. Um an der Börse Geld zu verdienen, müssen Trader lediglich eine erfolgreiche Strategie diszipliniert umsetzen. Was sich in der Theorie jedoch einfach anhört, wird praktisch zu einer der größten Herausforderungen, denen man sich stellen kann. Dies belegen inoffizielle Schätzungen, denen zufolge lediglich fünf bis zehn Prozent der Trader langfristig erfolgreich sind. Da stellt sich die Frage, warum dies so ist und vor allem, wie man selbst zu den Gewinnern am Markt zählen kann?

Das Kernproblem liegt nicht unbedingt darin, eine erfolgreiche Taktik zu entwickeln, sondern eine, der Sie selbst auch diszipliniert folgen können.

Jeder Trader ist anders, hat andere Stärken und Schwächen und aus diesem Grund muss jeder Trader auch seine ganz individuelle Tradingstrategie entwickeln, bei der er seine Stärken und Schwächen optimal einsetzen kann. Seine ganz persönliche Tradingstrategie zu entwickeln, ist jedoch ein zeitlich anhaltender Prozess, in dem der Trader Lernschleifen aus Traden, Feedback, Optimierung und neuerlicher praktischer Umsetzung durchläuft (Abb.1). Wie in vielen anderen Performancebereichen unseres Lebens auch, ist hierbei nicht unbedingt die Quantität, sondern die Qualität des Lernprozesses entscheidend. Ein wichtiges Hilfsmittel auf dem Weg zum erfolgreichen Trader, ist dabei das Tradingtagebuch (Achtung: Download weiter unten möglich!)

Mit Hilfe des Tradingtagebuchs versuchen wir unser Handeln gezielt voranzutreiben. Vor diesem Hintergrund stellt sich natürlich die Frage, wie ein Tradingtagebuch auszusehen hat und was alles in ein solches gehört. Die Antwort ist wie so oft, eindeutig mehrdeutig. Natürlich scheint es auf den ersten Blick sinnvoll, so viele Informationen wie möglich im Tradingtagebuch aufzunehmen, denn so kann später eine umfassende Analyse und darauf aufbauende Optimierung betrieben werden. Mit zunehmender Quantität steigt jedoch auch der Arbeitsaufwand und die Übersichtlichkeit leidet, so dass das Führen eines Tradingtagebuch schnell zur Qual wird. Die Gefahr ist an diesem Punkt entsprechend groß, ganz auf diese unliebsame Arbeit zu verzichten. Ohne Tradingtagebuch beraubt sich der Trader jedoch eines wichtigen Instruments, um sein Trading reflektieren zu können und auf Basis dessen Optimierungen vorzunehmen.

Reine Quantität bringt uns an dieser Stelle also nicht weiter. Stattdessen ist es sinnvoll, das eigene Trading zu zerlegen. Soll uns das Tradingtagebuch helfen, unser Trading gezielt zu verbessern, so ist klar, dass die Inhalte eines Tagebuchs in starkem Maße vom eigenen Entwicklungsstand als Trader und seinen nächsten Teilzielen abhängen werden. Ein Tradinganfänger wird sein Hauptaugenmerk wahrscheinlich eher auf die Entwicklung einer profitablen Strategie legen und so in seinem Tradingtagebuch sehr marktspezifische Aspekte anführen, anhand der er später in der Lage ist, seine Ein- und Ausstiege zu optimieren. Ein fortgeschrittener Trader hingegen wird zunehmend auch psychologische Aspekte innerhalb des Tradingtagebuchs aufgreifen.

Diese Individualität der Inhalte setzt sich auch bei der Art und Weise fort, wie das Tradingtagebuch geführt wird. Viele Trader sind der Meinung, dass allein das Schreiben eines Tradingtagebuchs zum Erfolg führt. Dies ist natürlich mitnichten der Fall. Ein Tradingtagebuch zu schreiben ist wichtig, viel wichtiger ist jedoch, dieses auch auszuwerten und aus jedem Trade seine Lehren zu ziehen. Deshalb sollte das Schreiben des Tagebuchs Spaß machen und Informationen so effektiv wie möglich aufnehmen und für eine spätere Auswertung bereitstellen.

Excel bietet hierbei eine gute Basis, die mit grafischen Elementen wie Charts oder Videomitschnitten garniert werden kann. Achten Sie dabei auf eine möglichst kurze und prägnante Informationsverarbeitung. Lange Romane zu jedem Tradingtag zu schreiben, kostet nicht nur unendlich viel Zeit, sondern erschwert später auch die Auswertung. Einfacher wird es mit Abkürzungen und Symbolen, nach denen später bei der Auswertung in Excel sehr einfach gefiltert werden kann.

Lassen Sie uns nach diesen allgemeinen Ausführungen einen konkreten Blick auf interessante Inhalte des Tradingtagebuchs werfen.

Wie eingangs schon beschrieben, lassen sich diese grob in zwei Kategorien unterteilen. Bei den strategiebezogenen Inhalten ist es sinnvoll alle durchgeführten Trades mit den entsprechenden Ein-/Ausstiegssignalen und –preisen, sowie den Anfangsstopps mitzuschreiben. So könnten Sie später beispielsweise Ihre Tradinghistorie gezielt nach Setup A oder Setup B filtern und schauen, welche der beiden Setups profitabler war. Darüber hinaus können Größen wie die Maximum Adverse Excursion (MAE) und Maximum Forward Excursion (MFE) bei der Optimierung von Stopptaktiken und Kurszielen sinnvoll sein. Die MAE gibt an, wie tief die Position nach Ihrem Einstieg maximal im Verlust stand, während die MFE den maximalen zwischenzeitlichen Gewinnbetrag ausgibt, der bis zu Ihrem Ausstieg möglich war.

Stellen Sie beispielsweise aufgrund Ihrer Tradingaufzeichnungen fest, dass nahezu alle Ihre Gewinner zwischenzeitlich nie mehr als 100 Euro im Minus standen, während Verlusttrades diese Grenze meist überschritten, wäre es eine Überlegung wert, in diesem Bereich seinen Anfangsstopploss zu platzieren. Analog ließe sich mit dem MFE eine Kurszieloptimierung vornehmen. Stellen Sie bei der Auswertung dieser fest, dass viele Ihrer Trades zwischenzeitlich 300 Euro im Gewinn lagen, Sie aber aufgrund Ihres Trailingstopps meist lediglich 200 Euro Gewinn realisierten, könnte Sie auf ein 300-Euro-Gewinnziel umstellen.

Sofern Sie all Ihre Trades in Ihrem Excel-Tradingtagebuch aufgenommen haben, ist es relativ leicht, aus diesen Daten heraus wichtige Kennzahlen der eigenen Strategie wie Trefferquote, Profit und Profitfaktor zu errechnen. Dies hilft Ihnen, die grundlegenden Rahmenbedingungen Ihres Tradings im Auge zu behalten. Dabei unterstützen viele Broker mittlerweile die Trader aktiv, in dem es möglich ist, die Tradingdaten aus der Plattform heraus zu exportieren und in Excel oder anderen Tools zu übernehmen.

Im Rahmen der strategiebezogenen Aspekte geht es jedoch nicht nur um die Auswertung der bisherigen Trades, sondern auch darum, interessante Auffälligkeiten im Markt festzuhalten, mit denen die Taktik verbessert werden könnte. Wichtig gerade bei diesem Punkt ist, nicht in Aktionismus zu verfallen. Nur weil Ihnen heute während des Handelstages (der Handelswoche…) aufgefallen ist, dass Ihre Signale besser funktioniert hätten, wenn Sie neben den bisherigen Regeln auch noch auf das Volumen geschaut hätten, sollten Sie diese Idee nicht gleich morgen direkt Live umsetzen. Ein schöner Tag macht bekanntlich noch keinen Sommer, aber taucht dieser Hinweis in Ihrem Tradingtagebuch öfter auf, könnte es sich lohnen, diesen Punkt näher zu untersuchen (Backtest). Neben dem Notieren von Auffälligkeiten im weitesten Sinne, können Sie in Ihr Tradingtagebuch natürlich auch mit aufnehmen, was heute (die Woche, den Monat…) gut geklappt hat und was nicht.

Den zweiten großen Teilbereich innerhalb des Tradingtagebuchs bilden psychologische Aspekte.

Wie haben Sie sich bei einzelnen Trades gefühlt? Waren Sie ängstlich, gierig oder gelassen? Waren Sie allgemein innerhalb Ihrer Komfortzone? Haben Sie Ihre Trades wie geplant abgespult und wenn nicht, was war die Ursache? Die Auswertung dieser Aspekte wird Ihnen helfen, Ihr Trading weiter in Richtung Erfolg zu bewegen. So kann ein gut geführtes Tradingtagebuch schnell aufzeigen, dass Sie beispielsweise nach zwei oder drei Verlusten in Folge ängstlich wurden und dann eine Overtrading-Spirale einsetzte, mit denen Sie Ihre Verluste weiter ausgebaut anstatt wie geplant, verkleinert haben. Sind die Probleme bekannt, kann sich der Trader daran machen, nach Lösungen zu suchen. Achten Sie aber auch in diesem Zusammenhang auf eine möglichst prägnante und leicht auswertbare Art und Weise der gesammelten Information. Arbeiten Sie beispielsweise mit einfachen Abkürzungen wie A für Angst, G für Gier oder H für Hoffnung. Die beliebten Smileys stellen ebenfalls nicht nur kurz und prägnant Information bereit, sondern bringen auch optisch eine kleine Auflockerung in Ihr Tagebuch.

Die folgenden Beispiele sollen Ihnen abschließend einen kleinen Eindruck für die Gestaltung des Tradingtagebuchs geben. Abbildung 2 zeigt den typischen Aufbau einer Excel Tabelle mit den Rohdaten und den anschließenden Auswertungen im Bereich der Arbeitsblätter „Performance“, „Kennzahlen“, „MAE“ und „MFE“.

Tradingplattformen wie NinjaTrader (Abb.3) hingegen arbeiten die Trades automatisch auf und stellen so ein vor allem strategiebezogenes Tradingtagebuch zur Verfügung.

Dieses kann natürlich durch separate Charts und ähnliches weiter ausgebaut werden (Abb.4).

Lassen Sie sich von dieser Vielfalt jedoch nicht verwirren, sondern behalten Sie das Wesentliche im Auge. Das Tradingtagebuch soll Ihnen helfen, Ihr Trading gezielt voranzutreiben und Informationen so effektiv wie möglich aufnehmen und eine effiziente Auswertung ermöglichen. Richtig ist, was Ihnen hilft, Ihr nächstes (Teil-)Ziel zu erreichen.

Fazit: Nichts dürfte deprimierender sein, als nach Wochen, Monaten oder gar Jahren des Tradings festzustellen, dass es nicht so gelaufen ist, wie Sie es sich gewünscht haben, Sie aber noch nicht einmal wissen, warum es so gelaufen ist und wo Sie ansetzen können, um sich zu verbessern. Hierbei spielt das Tradingtagebuch eine entscheidende Rolle. Dieses hilft dem Trader, gezielt an der Verbesserung seines Handels zu arbeiten und das sowohl auf der technischen als auch emotionalen Ebene.

Möglichkeiten, sein eigenes Tradingtagebuch zu gestalten, gibt es viele und wie so oft im Trading, gibt es, abgesehen von allgemeinen Hinweisen auch beim Führen des Tagebuchs keinen Königsweg. Vielmehr ist der eigene Entwicklungsstand als Trader genauso maßgeblich, wie die eigenen Vorlieben, als auch die Möglichkeiten, die uns von externer Seite wie dem Broker geboten werden. Behält der Trader sein nächstes Ziel aber fest im Auge, sind die notwendigen Inhalte für ein funktionierendes Tradingtagebuch schnell gefunden. Diese traderspezifischen Inhalte sollten effizient aufgezeichnet werden, um so die spätere Auswertung zu erleichtern. Excel bietet hierfür eine gute Ausgangsbasis und die Stunden, die es braucht, um sich in Excel einzuarbeiten, dürften sich am langen Ende auszahlen. Ausführliche Webinare und konkrete Vorlagen für ein Tradingtagebuch finden Sie beispielsweise im von mir betreuten Ausbildungspaket bei GomodeTrader.de.

Viel Erfolg wünscht Ihnen, Ihr

Ein Tradingtagebuch zu führen und vor allen Dingen auch auszuwerten, ist Gold wert. Schließlich kann sich nur der verbessern, der sich auch kontrolliert. Leider ist ein Tradingtagebuch auch immer eine individuelle Angelegenheit, schließlich hat jeder Trader seine ganz „eigenen Baustellen“, Präferenzen und Ansichten. Ein Einheitstagebuch für Jedermann gibt es nicht, aber wie ein solches aussehen kann, zeigt unsere Vorlage. Nutzen Sie diese als Basis und haben Sie keine Scheu, diese Ihren Wünschen und Zielen entsprechend anzupassen, so dass sich für Sie ein höchst effektives Werkzeug im Trading ergibt. Was uns an dieser Stelle nur noch bleibt, ist Ihnen eine kleine Beschreibung für diese Vorlage zu liefern, um Ihnen den Einstieg zu erleichtern (grundlegende Excel-Kenntnisse sollten trotzdem vorhanden sein):

TRADINGTAGEBUCH HERUNTERLADEN

Inhaltlich dürfte dieser Bereich selbsterklärend sein. Dieses „Tagebuch“ kann als grundlegende Zusammenfassung Ihres Handels über einen bestimmten Zeitraum (Tag, Woche, Monat…) gewertet werden. Gleichzeitig aber dient es auch als „Laufzettel“ während des Tradings, als kleine Checkliste sozusagen. Sie können dieses als PDF weiterführen oder aber auch ausdrucken und zu einem echten Büchlein wachsen lassen.

Während es sich im „Tagebuch“ um grundlegende Dinge dreht, können Sie dieses Blatt als Laufzettel für einzelne Trades verwenden. Auch hier empfiehlt es sich, diese eher auszudrucken und daraus ein kleines reales Büchlein entstehen zu lassen. Dieses können Sie später nach Signalen, erfolgreichen oder nicht erfolgreichen Trades etc. ordnen. Daraus wiederum lassen sich Strukturen in Ihrem Trading erkennen, welche wiederum zur Verbesserung Ihrer Performance genutzt werden können. Gleichzeitig ist dieser Laufzettel die Basis für die spätere Datenerfassung in Excel. Während des Trades tracken Sie auf dem Laufzettel die entscheidenden Punkte mit, ist der Trade abgeschlossen, wandert dieser in die Datenerfassung.

3. Tabellenblatt Datenerfassung

Die Namensgebung dieses Tabellenblatts sollte selbsterklärend sein. Hier tragen Sie Ihre abgeschlossenen Trades ein, wobei Sie die Rahmendaten dieser aus Ihren Laufzetteln und / oder Ihren Brokerabrechnungen erhalten. Die Datenerfassung ist in 3 Bereiche unterteilt. Der erste Bereich dient der Tradeerfassung (dunkelgrau), der zweite Bereich als Notiz (hellgrau). Exemplarisch sind hier Punkte zur Strategie vermerkt, die einfach mit ja / nein beantwortet werden. Nach diesen Punkten kann später die Tabelle sortiert werden. Natürlich können Sie die jeweiligen Spaltenbezeichnungen durch Ihre Muster & Setups überschreiben. So ließe sich in diesem Bereich bspw. auch ein Link zu einer Grafik einbauen, wobei diese genau dem Trade entspricht. Der dritte Bereich (gelb) macht kleinere Berechnungen und sollte nicht ohne weiteres geändert/ überschrieben werden.

4. Tabellenblatt Strategieauswertung

Hier werden ausgehend von Ihren in der Datenerfassung eingetragenen Trades einige statistische Kennzahlen ermittelt. Diese klassischen Kennzahlen können Sie zur grundlegenden Steuerung Ihres Tradings nutzen. Wer bspw. zwar häufig trifft, aber zu kleine durchschnittliche Gewinne gegenüber den durchschnittlichen Verlusten erzielt, könnte mit seiner Performance ins Minus rutschen. Diese Erkenntnis hilft, mögliche Lösungen zu suchen. Im Beispielfall könnte man versuchen, die Gewinne länger laufen zu lassen oder die Verluste früher zu cutten. Gleichzeitig wird die Performancekurve angezeigt. (PS: bei der Performancekurve ist der umfassende Datenbereich sukzessive mit auflaufenden Trades zu erweitern / einzugrenzen).

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